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Olongapo-Stadt. Vertreter des
Internationalen Katholischen Missionswerks missio haben am
Mittwoch, 17. September, in der philippinischen Stadt Olongapo,
rund 150 Kilometer nördlich von Manila, ein Mahnmal gegen
Sextourismus und Kindesmissbrauch enthült. Dabei erinnerte
missio-Vizepräsident Armin Ehl (r.) vor Vertretern aus Politik und
von zahlreichen Nichtregierungsorganisationen an die Anfänge
der Aktion Schutzengel, mit der sich das
Missionswerk seit 1997 verstärkt gegen Sextourismus und
Kinderprostitution richtet. In einem Gespräch am Rande der
ganztägigen Veranstaltung im Kinderschutzzentrum PREDA erklärte Ehl,
mit der Luftbrücke Frankfurt - Bangkok - Manila - Bangkok -
Frankfurt wolle man zeigen, dass es nicht nur den Weg des Bösen
gibt, den "Weg der Sexterroristen" wie Ehl wörtlich sagte. Deshalb
habe man auch keine Einbahnstrasse beschreiten wollen und für den
Rückweg den Gründer und Präsidenten des Kinderschutzzentrums, den
irischen Ordenspriester Shay Cullen sowie ein ehemaliges Opfer,
die 19-jährige Pia Corvera (l.), zu Vorträgen
und Veranstaltungen im Rahmen des Welttages der Kinder zwischen dem
19. und 28. September nach Deutschland eingeladen. Ehl bezeichnete
die junge Frau als ein "Symbol im Kampf gegen Sextourismus und
Kinderprostitution". Sie hatte vor einigen Jahren zusammen mit
Pater Cullen den deutschen Sextouristen Thomas B. hinter Gitter
gebracht. Ehl wörtlich: "Pia symbolisiert die ganze Tragik dieser
Geschichten. Ihr Beispiel zeigt aber auch auf, dass es sich lohnt,
etwas gegen diese Pest zu tun und dagegen zu kämpfen." Der
"Sexterrorist" habe dreieinhalb Jahre Haft bekommen, doch die
Therapie für Pia dauere noch immer an, meinte der
missio-Vizepräsident.
Pater Shay Cullen (r.) erklärte vor
den Festgästen, die Kampagne von missio richte sich unter anderem
auch an die Menschenwürde jedes Einzelnen. Sie sei auch ein
Zeichen, mit dem man den Missbrauch von Kindern üb erwinden wolle.
Cullen, der wegen seiner Arbeit im Jahre 2001 für den
Friedensnobelpreis vorgeschlagen war und auch in diesem Jahr auf
der Liste der Nominierten steht, bezeichnete den Fall Thomas B. als
sehr bedeutendes Symbol für die Rettung von Kindern aus Restaurants
und Bars. Abgesehen von der Tatsache, dass Kinderprostitution und
Sextourismus das "Image der Philippinen besudeln, wollen wir nicht
zulassen, dass sich dies ausbreitet". Das Mahnmal zeige, dass es
"viele Menschen gibt, die unsere Arbeit unterstützen". Diese
Menschen hätten zu dem Problem Stellung bezogen, sie hätten nicht
geschwiegen. Die Schweiger unterstützten indes die Ausbeutung von
Kindern. Dass das Mahnmal nun seinen Platz im Kinderschutzzentrum
Preda gefunden habe, mache ihn stolz und
glücklich.
Der
Kölner Kunstdozent Uwe Boden hat das Denkmal für missio geschaffen.
Im Mittelpunkt steht ein überlebensgrosses Foto des ehemaligen
Strassenmädchens Pia (l.), das von vielen Hunderten von
Fotografien von Unterstützern der Aktion Schutzengel umrahmt wird.
Pia Corvera sagte vor der Festversammlung, sie habe früher gedacht,
Kindesmissbrauch passiere nur ein paar wenigen unglücklichen
Kindern, besonders auf den Philippinen. Als Verfechterin der
Kinderrechte habe sie inzwischen gelernt, dass dies ein weltweites
Phänomen sei. "Ich bin glücklich, dass ich die Möglichkeit habe,
meine Geschichte anderen mitzuteilen, von meiner Erfahrung zu
sprechen, missbraucht worden zu sein. Und wichtiger noch,
aufzustehen und Gerechtigkeit zu suchen." Pia dankte missio und
allen, die die Arbeit unterstützen, für ihren Kampf gegen den
Sextourismus. Sie forderte die philippinische Staatspräsidentin
Gloria Arroyo Macapagal auf, Schritte gegen die Sexindustrie und
die Inhaftierung von Kindern zu unternehmen. Sie bat die
Präsidentin auch, die Arbeit von PREDA zu unterstützen. Wörtlich sagte Pia
Corvera: "Ich hoffe, dass es nie mehr Missbrauch von Kindern und
Jugendlichen gibt - nicht nur heute, sondern auch in der kommenden
Generationen. Ich selber möchte das Beste tun, dass dieser Traum
Wirklichkeit wird. Es wird nur Frieden herrschen, wenn zuvor
Gerechtigkeit erreicht wurde."
Wolfgang Rollik Fotos: KNA
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