Frankfurt (KNA) Zu einem verstärkten Kampf
gegen Sextourismus und Kinderprostitution hat das Internationale
katholische Missionswerk missio Politiker, die Polizei und die
Reisebranche aufgerufen. Jährlich reisten 400.000 deutsche
Sextouristen in Länder wie Thailand, Kenia oder auf die
Philippinen, beklagte missio-Vizepräsident Armin Ehl (r.) am
Freitag auf dem Frankfurter Flughafen anlässlich des Weltkindertags
am Samstag. Auch die ehemalige Bundesjustizministerin Herta
Däubler-Gmelin (SPD) appellierte an alle Verantwortlichen, sich
stärker für die Rechte und die Würde der Kinder
einzusetzen.
Im Rahmen
der Schutzengel-Kampagne, die unter anderen von Bundespräsident
Johannes Rau unterstützt wird, gingen missio-Mitarbeiter mit
Engelsflügeln auf dem Rücken und mit Digitalkameras ausgestattet
auf Reisende zu, um sie über die"Aktion Schutzengel" zu informieren
und um ein Foto zu bitten. "Jedes Foto ist ein Zeichen der
Solidarität für den Schutz von Mädchen und Jungen", so missio. Die
Aktion auf dem Frankfurter Flughafen soll am Samstagvormittag
fortgesetzt werden. "Brutal
missbraucht" Das
Missionswerk verwies auf Experten-Schätzungen, wonach weltweit
mehrere Millionen Minderjährige Opfer sexueller Gewalt sind. Zur
aktuellen Schutzengel-Aktion von missio kam auf dessen Einladung
aus Manila die 19 Jahre alte Philippinin Pia Corvera (r.). Sie war im Alter von elf Jahren von einem
deutschen Sextouristen brutal missbraucht worden. Ihr Beispiel
zeige, so das Missionswerk, "wie viel wir bewirken können": Der
Täter sei dank Pias mutiger Aussage gefasst und verurteilt worden.
Zudem hätten Spenden eine Therapie für das traumatisierte Kind
ermöglicht.
Nun ist Pia
nach Deutschland gekommen, um für den Schutz von Kindern vor
Sextouristen zu kämpfen. Mit ihr zusammen wird auch der
irische Pater Shay Cullen (o.l.) in Talkshows
auftreten sowie Politiker, Kirchenvertreter, Schulen und
Pfarrgemeinden besuchen. Cullen leitet das Kinderschutzzentrum Preda in der
nordphilippinischen Stadt Olongapo und gilt als einer der
profiliertesten Kämpfer gegen die Kinderprostitution. Für sein
Engagement wurde er mehrfach ausgezeichnet und in den Jahren 2001
und 2003 sogar für den Friedensnobelpreis
nominiert. Hinweis für
Hörfunkredaktionen: O-Töne/Beiträge von den Philippinen (u.a. mit
Cullen, Therapeuten sowie Pia und anderen Opfern) abrufbar bei
KNA-Hörfunk, Telefon (02 28) 2 60 00 32. Hinweis:
Fotos zum missio-Projekt auf den Philippinen abrufbereit in der
KNA-Bild-Datenbank unter www.kna-bild.de (Stichwort:
Manila) pdg/kkl/gbo |