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Die Probleme europäischer Männer ...

 

  Interview mit Sr. Mary Soledad über das Thema Sextourismus  
 

 
 

Die Philippinen gehören zu den klassischen Zielländern für Sextouristen. Aus welchen Gründen?   

Wir wären nur allzu gerne ein Land, in dem keine Frau gezwungen ist, ich zu prostituieren. Dennoch ist die Zahl alarmierend hoch. Meistens sind es wirtschaftliche Gründe, Armut, die diese jungen Mädchen und sie werden immer jünger in die Prostitution treiben. Viele kommen auf der Suche nach einem Job vom Land in die größeren Städte, fallen in die Hände von Schleppern und werden mit allerlei falschen Versprechungen in die Bars und Bordells gelockt. Denn die Prostitution von früher hat sich zu einem organisierten Geschäft entwickelt. Die Schlepper kassieren eine gute Provision, wenn sie junge Mädchen anbringen, je jünger umso besser. Denn das ist bei den ausländischen Kunden gefragt.     

Wieso "je jünger umso besser"?   

Die Kunden wähnen sich besser vor Aids geschützt sind, wenn eine Frau sehr jung ist. Das ist natürlich verheerend für die Kinder, weil sie ihrerseits große Gefahr laufen, sich bei den Männern anzustecken. Einerseits wegen ihrer körperlichen Konstitution sie sind extrem leicht verletzlich beim Sex mit Erwachsenen andererseits wegen ihrer psychologischen Konstitution: Sie können sich nicht wehren. Oft werden sie vergewaltigt und für scheußliche Sexpraktiken missbraucht. Und schließlich: Sie wissen noch nichts über den Gebrauch von Kondomen. Ich kenne Fälle, da wurden selbst schwangere Mädchen zum Sex mit Kunden gezwungen.     

Wer sind die Kunden?   

Sie kommen aus der ganzen Welt, hauptsächlich aus Amerika, aus Japan und natürlich aus Europa, darunter sehr viele Deutsche.   

Jährlich reisen rund 400.000 deutsche Männer in alle Welt und suchen nur eines: käufliche Liebe. Welche sind ihre Gründe? 

Sie scheinen mir viel zu tun zu haben mit der westlichen Lebensweise. Viele europäische Männer kommen mit den emanzipierten Frauen in ihrer Heimat nicht zurecht. Und viele versuchen ihre Einsamkeit, ihre Isolation, oder einfach Sinnlosigkeit und Leere, die sie im Leben empfinden, mit billigem Sex und " unkomplizierten" Frauen zu kompensieren. Es ist sehr schwierig zu sagen, was diese Männer tief im Innern treibt und was sie in ihrem Leben vermissen.   

Was erwarten Sie von den westlichen Gesellschaften, um den Sextourismus einzudämmen? 

Das wichtigste scheint mir, diesen internationalen Geschäftszweig zu zerschlagen: Die Vermarktung von Kindern, Pädophilie, Frauen, Prostitution und Nacktfotos, Pornographie hat sich zu einem weltumspannenden, riesigen Geschäft entwickelt, mit dem sehr viel Geld verdient wird. Deshalb sprechen wir von Sexindustrie. Wir müssen das Geschäft mit dem Sex von allen Seiten attackieren. Hinweise im Internet, Sexagenturen, die Werbeanzeigen für Flüge in diese Länder mit eindeutigem Zweck publizieren usw. Und wir müssen die lokalen Geschäftspartner der internationalen Drahtzieher ausfindig machen. Dafür ist eine internationale Netzwerkarbeit vonnöten.   

Was könnte die Kirche in Deutschland tun? 

Sie kann Aufklärungs- und Erziehungsarbeit leisten, wie es etwa mit der missio-Kampagne "Aktion Schutzengel" geschieht. Und sie sollte auf keinen Fall mit dem Finger auf Sextouristen zeigen, sondern nach den tieferen Gründen für ihr Tun fragen, die Einsamkeit und Leere. An diesem Punkt müsste die Einladung der Kirche an die Menschen ansetzen. Veranstalten Sie ein Seminar über Einsamkeit ganz allgemein. Da kommen die Leute zusammen und reden. Und vielleicht öffnen sich im Laufe des Gesprächs ihre Augen.   

Interview: Veronika Buter   

 
   
 
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Aktionsbündnis gegen Aids
Die internationale Aids-Kampagne und das deutsche "Aktionsbündnis gegen Aids"
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