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Eine PGR-Sitzung wie jede andere,
Diskussionen über Diskussionen.
Nur Gemeinde interne Probleme werden besprochen,
ich hatte wie so oft den Eindruck, im eigenen Saft zu
schmoren. Dann kamen wir zum Punkt
"Verschiedenes", und Gertrude
Knepper stellte das
Projekt "Schutzengel gesucht"
von missio vor. Für mich
ein Lichtblick. Ich dachte mir, da
könnte ich mit meinem Einsatz, ohne viel Geld (was
mir leider während einer Ausbildung eher fehlt), etwas
erreichen. Ich war sofort dabei, auch andere zeigten
Interesse. So kam es, dass dieses
Projekt die Aktion des PGR für das kommende
Pfarrfest werden sollte. Gertrude und ich übernahmen
das Organisatorische. Die Idee hat
mir sofort gefallen und mit viel Elan
ging es zur Sache. Jetzt hieß es zuerst
einmal die Gemeinde informieren. Dafür sollte ein
Artikel in die Pfarrinfo. Ich musste mich
also erst mal selber schlau machen, was
mit dem Infomaterial von missio nicht schwer war. Dann habe
ich eine Zusammenfassung mit den
genauen Terminen für unsere Gemeinde
erfasst und diese zum Druck abgegeben.
Wir hatten uns bereits überlegt, dass
am Pfarrfest PGR-Mitglieder mit
Fotoapparaten bewaffnet auf
"Schutzengeljagd" gehen und zusätzlich
am Sonntag nach dem Festgottesdienst ein großes
Gemeindefoto gemacht werden sollte. Bei
einem ersten Treffen haben Gertrude und ich überlegt,
wie das alles genau laufen müsste.
Erstes Problem: Wie sollen die
Fotos gemacht werden? Normale Fotos?
Die kann man nicht sofort aufhängen
und es kann auch nicht darauf
unterschrieben werden, sind aber dafür
die preisgünstigste Variante. Oder Polaroids?
Die kann man sofort veröffentlichen und
ein Bild kann daraus wachsen, die
Menschen können auch direkt noch
unterschreiben, aber solche Fotos sind sehr teuer.
D igitalkameras? Ein sehr hoher
organisatorischer und finanzieller
Aufwand und hat nicht mehr Vorteile als
Polaroids. Wir mussten also wägen. Dabei
haben wir festgestellt, dass es uns
gerade besonders wichtig ist, dass die
gemachten Fotos sofort aufgehängt werden können und
am besten daraus ein Bild wachsen kann. Das sprach also
sehr für Poloaroids, die Digitalkameras
sind schon ausgeschieden, denn das
wäre nicht günstiger als Polaroids. Jetzt
mussten wir nur den Kritikern entgegenkommen,
d ie über die "Geldverschwendung" schimpften.
Unser Vorschlag hieß, wir sammeln im Vorhinein
so viele Spenden für Filmmaterial wie
möglich und bitten auch beim
Fotografieren alle noch um eine Spende. Alles,
was dann noch fehlen würde, sollte aus
den Einnahmen des Pfarrfestes
bestritten werden. Also war die Entscheidung zugunsten
der Sofortbilder gefallen. Doch woher die Kameras? Eine
Überlegung war, sie beim KJA auszuleihen, doch zum
Glück fanden sich in der Gemeinde zwei freundliche
Verleiher. Dann die Frage, was machen wir
mit all den Fotos? Es soll ein Bild
entstehen, da liegt doch ein Engel nahe. Nach einigen
Überlegungen kamen wir überein, einen riesigen Engel zu
basteln, dessen Kleid dann aus lauter
Schutzengelbildern bestehen sollte. Dafür war
ein neuer Termin notwendig. Da haben
wir mit tatkräftiger Unterstützung
einiger Gemeindekinder aus vielen Pappen einen
"Engelrohbau" erstellt. Dann musste noch
die Presse informiert werden und ein
Fotograf für das Gemeindebild gefunden
werden. Nun konnte das Pfarrfest
kommen. Wir befestigten unseren Engel
auf einer großen Holzplatte
und begannen, die ersten Fotos zu schießen.
Nun hieß es: Leute ansprechen, die
Idee möglichst einfach und schmackhaft rüberbringen, ein Foto schießen,
um eine Spende für das Filmmaterial
bitten und für eine Unterschrift sorgen. Ziemlich
bald stellte sich heraus, dass es besser
lief als erwartet. Die Spenden flossen und
das Engelkleid wuchs. So ging es am Samstag weiter, und
wir mussten schon früher Schluss
machen, um auch für Sonntag noch
Filmmaterial aufzusparen.
Sonntag war dann das
Gemeindebild dran. Wir mussten die Leute
mobilisieren, zum Kirchplatz zu
kommen, denn auf dem Festplatz war das
Foto nicht möglich. Dann wurden wir von
verschiedenen Fotografen aufgestellt
und sortiert. Das dauerte alles sehr
lange. Schließlich wünschte einer der
Herren auch noch eine Leiter. Nach
längeren Kämpfen zwischen Fotograf und
Leiter konnte dann endlich das ersehnte
Foto gemacht werden. Doch das genügte noch nicht.
Wir mussten uns noch einmal umstellen
für ein Bild im Hochformat, erst dann
war es geschafft. Bald danach waren auch die
letzten Polaroids verknipst und unser
Engel vollständig bekleidet. Am Sonntag bekamen wir
noch tatkräftige missio-U nterstützung
durch den missio-Dözesanreferenten Heiner
Ganser-Kerperin (Kontakt). Er rundete
die ganze Aktion durch viel Informationen und
interessante Angebote ab. Zum Schluss konnten
wir ein sehr positives Fazit ziehen:
280 Fotos, alle Filme konnten aus
Spendengeldern bezahlt werden, und
es blieb sogar noch ein Überschuss für die
A ktion von 4.1 35,00. Der Engel sah
zauberhaft aus. Wir hatten jede Menge positive
Resonanz bekommen und viele Menschen neu
für das Problem sensibilisiert. Wir waren
rundum zufrieden, es hatte sich sehr
gelohnt! Nur noch die Frage, wie wir
unseren Engel auf den Essener Domplatz bekommen
sollten. Doch auch dafür fand sich eine Lösung. Durch die
Unterstützung hilfreicher
Gemeindemitglieder hat er diese Reise
unbeschadet und sicher überstanden. Also:
Ende gut, alles gut! Es war ein sinnvolles
Projekt und es hat Spaß gemacht!
L.
Schönwälder |
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