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kontinente ruft zum Protest gegen Staudammbau in Myanmar auf

 

   
 

 
 

Das Missionsmagazin kontinente ruft zum Protest gegen den Bau des Myitsone-Staudamms im Norden Myanmars auf. Das im Bau befindliche Wasserkraftwerk am Ayeyarwady berge „erhebliche Sicherheitsrisiken für zigtausende Menschen“, heißt es in einem Brief an die Staatsoberhäupter von Myanmar und China, zu dessen Unterzeichnung kontinente in seiner aktuellen Ausgabe auffordert. Das gigantische Wasserkraftprojekt sei mit „massiven sozialen und wirtschaftlichen Nachteilen für die dort lebende Bevölkerung verbunden“ und wirke „in gefährlicher Weise auf Natur und Umwelt.“  Für die Kachin, eine christliche ethnische Minderheit, auf deren Stammland das Kraftwerk gebaut wird, sei Widerstand gegen das Projekt jedoch lebensgefährlich. „Das Regime hat bewährte Methoden, um Widerstand zu brechen und Kritiker mundtot zu machen“, berichtet kontinente. 

Die chinesische Firma „China Power Investment Corporation“ hatte im April 2007 mit dem Bau der „Myitsone Hydropower Station“ begonnen. Das Wasserkraftwerk ist das größte von insgesamt sieben geplanten Staudamm-Projektenam Ayeyarwady und seinen Zuflüssen und soll jährlich 3.600 Megawatt Strom erzeugen. Der komme aber nicht den Menschen in Myanmar zugute, so kontinente, sondern werde billig nach China verkauft, um den wachsenden Energiehunger der Chinesen zu stillen. Während die Militärregierung von Myanmar an dem Projekt voraussichtlich 500 Millionen Dollar jährlich verdienen werde, habe die ansässige Bevölkerung einen hohen Preis zu zahlen: Etwa 75 Dörfer, so schätzt die „Kachin Development Networking Group“, werden nach Fertigstellung des Staudamms überflutet, tausenden Anwohnern droht die Zwangsumsiedlung ohne Aussicht auf Entschädigung. Außerdem befürchten die Vertreter der Kachin eine Umweltkatastrophe, falls der Damm brechen sollte. Dann würde die 43 Kilometer entfernte Kachin-Hauptstadt Myitkyina komplett überspült.  

Widerstand der Menschen von Myanmar gegen die Baumaßnahmen, sei gefährlich, berichtet kontinente, das als eines der letzten westlichen Medien vor den Unruhen mit einem Reportageteam im Land unterwegs war. Im Süden des Landes, wo ausländische Firmen ebenfalls große Staudämme und Wasserkraftwerke bauen, habe die Militärregierung Widerständler mit Zwangsarbeit, Vergewaltigung, Folter und illegalen Hinrichtungen bestraft. Daher ruft das Missionsmagazin kontinente seine Leserinnen und Leser auf, die Kachin zu unterstützen und Protestbriefe an die Verantwortlichen in Myanmar und China zu schreiben. Eine Beteiligung an der Protestaktion ist auch per Internet unter www.kontinente.org möglich. 

Wegen der aktuellen Lage in Myanmar, wo seit Monaten Unruhen herrschen, erscheint das Magazin erstmals mit einem Themenschwerpunkt.
 
Lesen Sie hier die Reportage aus der kontinente-Ausgabe 1/2008 im PDF-Format!

Kontakt:
Veronika Buter
Redaktion kontinente
buter(a)kontinente.org
Tel.:0241/94 36 10-1

 
   
 
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2008, Heft 1
Inhalte des missio-Eigenteils von kontinente: Aktion Volltreffer - Wunde Füße / Ausbildungsförderung - Das Rückgrat der Kirche / Fachgespräch - Frauen sind Opfer / Afrikatag - Heimkehr auf verbrannte Erde / Standpunkt: Gläubiger Protest
 

Myanmar (Birma)
1948 von den Briten in die Unabhängigkeit entlassen, ist das Land seit 1962 eine Militärdiktatur. Bis 1989 hieß es offiziell Burma. Dann bestimmte das Regime Myanmar als Namen. Die UN und Deutschland haben dies anerkannt, die USA nicht; Birma ist die eingedeutschte Variante. - Die christlichen Kirchen, die mit ca. 4% eine kleine Minderheit im Land sind, erfahren Restriktionen, Kontrolle und Unterdrückung. Christen gehören fast ausschließlich den ethnischen Minderheiten im Lande an.
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China
Die kommunistische Partei in der VR China ist nicht bereit, ihr Machtmonopol, die einzig bestimmende politische Kraft im Lande zu sein, aufzugeben oder durch die Zulassung tatsächlich demokratischer Parteien für eine langsame Änderung dieses Zustands die Möglichkeit zu eröffnen. Alle Versuche wurden immer wieder von den staatlichen Organen und dem kommunistischen Parteiapparat - notfalls auch gewaltsam - unterbunden. - In 2008 finden in Peking die Olympischen Sommerspiele statt. China steht daher auch aus diesem Grund unter besonderer internationaler Beobachtung.
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