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      Hintergrund in Myanmar  
     

     
     

    In ihrem Kampf gegen ethnische Minderheiten hat die Militärregierung in Myanmar (früher: Birma) im Jahre 1996 mit der Zwangsvertreibung der Bevölkerung des Shan State begonnen. Bislang sind rund 300.000 Menschen aus ihren Dörfern vertrieben worden. Diese wurden zerstört, das Vieh getötet sowie Ernten und Wälder vernichtet. Vielfach wurden und werden auch Minen verlegt, um langfristig eine Rückkehr der Bewohner zu verhindern. Nach wie vor wird den Shan nicht erlaubt, in ihre Heimat zurückzukehren. Riesige Gebiete des fruchtbaren Landes liegen seither brach.    

    Die Shan Human Rights Foundation schätzt, dass allein über 120.000 Shan nach Thailand geflohen sind. Monatlich kommen etwa bis zu 1.000 Flüchtlinge dazu. Es wird ebenso geschätzt, dass mehrere zehntausend Menschen sich in den ihren Heimatdörfern nächstgelegenen Wäldern verstecken. DieseInternally Displaced Persons (IDPs) ziehen es vor, im Dschungel zu vegetieren als sich in den ihnen zugewiesenen Siedlungsplätzen aufzuhalten. Dort können sie nicht nur ihre Felder nicht bestellen, sie müssen zudem Zwangsarbeit für das Militär verrichten. Die IDPs führen eine äußerst prekäre Existenz unter ständiger Bedrohung durch das Militär sowie ohne Zugang zu ärztlicher Versorgung oder Ausbildungsmöglichkeiten für ihre Kinder.   

    Die Patrouillen des Militärs in den Gebieten der Zwangsvertreibung wurden im Laufe des Jahres 2000 wieder verstärkt - mit gehäuften Massakern an der Dorfbevölkerung, die in ihren Verstecken ausfindig gemacht wurden. Die schlimmsten Massaker konzentrierten sich auf das Gebiet Kengkham, also genau jenes Gebiet im südlichen Shan State, das überflutet werden wird, wenn die burmesische Regierung ihre Pläne realisiert, in Kooperation mit thailändischen und japanischen Firmen am Salween Fluss einen Staudamm zu bauen. Nach den Plänen soll dieser Damm der größte in ganz Südostasien werden mit einer Produktion von 3.300 MW Strom, der hauptsächlich an Thailand verkauft werden soll. Da die burmesische Militärregierung allergrößtes Interesse am Bau dieses Staudammes hat, geht man davon aus, dass die Brutalität des Militärs mit der Aufgabe zusammenhängt, das Gebiet von jeglichem Widerstand gegen den Damm zu säubern. 

    Bereits 1999 fanden darüber hinaus Vertreibungen von etwa 100.000 Angehörigen der Wa aus dem nördlichen Shan State statt. Sie wurden weiter südlich neu angesiedelt. Dies spricht für eine Strategie durch eine Ausweitung des Einflusses der Wa den Widerstand im Shan Gebiet zu brechen. Diese Umsiedlungsaktion hatte zudem eine verstärkte Flucht von Shan und Lahu nach Thailand zur Folge. Die verstärkten Militäraktionen gegen die südlichen Shan an der Grenze zu Thailand seit Oktober 2000 sollen deren Verbindung zum zentralen Teil des Shan State unterbrechen. Es wird daher mit einem weiteren Anstieg der Zahl von Shan Flüchtlingen auf thailändischer Seite gerechnet. 

     
       

      Situation in Thailand  
     

     
     

    Etwa 1.000 Shan-Flüchtlinge im Monat versuchten sich in den Jahren 2000 und 2001 nach Thailand (Region Fang) zu retten. Die thailändische Regierung weigert sich jedoch nach wie vor, die Existenz dieser Flüchtlinge aus dem Shan State anzuerkennen. So dürfen die Shan weder Flüchtlingslager errichten noch Hilfe aus dem Ausland (UNHCR u.a.) erbitten. Alle Flüchtlinge müssen daher versuchen, irgendwie als Arbeitsmigranten ihr Überleben zu sichern. Aufgrund der Wirtschaftskrise wurde jedoch im Jahr 2000 die Zahl der legalen Arbeitsmigranten auf nur 100.000 Arbeitserlaubnisse reduziert (bei geschätzten mehr als 1 Million Arbeitsmigranten aus Myanmar). Die Mehrzahl der Shan Flüchtlinge arbeitet als illegale Saisonarbeiter in der Landwirtschaft. Aufgrund ihres Status als Illegale leben sie in ständiger Furcht vor Verhaftung und Deportation durch Thai-Polizei und Militär. Sie sind in besonderem Maß zudem Ausbeutung und Missbrauch durch ihre Arbeitgeber ausgesetzt. 

    Bislang sind nur wenige NGOs an der Arbeit mit den Shan beteiligt, da sie eine weitgehend "verborgene" Gruppe darstellen, die verstreut in den oft schwer zugänglichen thailändischen Dörfern leben und versuchen, nicht aufzufallen. Die internationale Hilfe hat viel stärker die Flüchtlinge der Karen, der Karenni und der Mon im Blick. Der Jesuit Refugee Service arbeitet seit etwa zwei Jahren mit den Shan, doch bislang nur in einem begrenzten Umfang. Die Bedürfnisse dieser Gruppe sind enorm; Schätzungen gehen davon aus, dass der Umfang den Bedürfnissen aller anderen Gruppen an der westlichen Grenze Thailands entspricht. 

     
       
     
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