Der Menschenrechtsbeauftragte des katholischen Hilfswerks missio, Otmar Oehring, hat sich pessimistisch über die Lage der Christen im Irak geäußert. Es müsse davon ausgegangen werden, dass viele Christen seit Beginn des Irak-Kriegs Opfer religiös motivierter Säuberungen geworden seien, sagte Oehring am Montagabend in Berlin. Die Hoffnung, die jahrtausendealte christliche Präsenz im Irak auch in Zukunft aufrechtzuerhalten, bezeichnete er als „sehr fragil“. Seit 2003 seien nach Schätzungen mehr als 500.000 Christen aus Angst vor Repressionen und Gewalt aus dem Land geflüchtet. Oehring forderte die irakischen Nachbarstaaten dazu auf, den Flüchtlingen aus dem Zweistromland besseren rechtlichen Schutz zu gewähren. Vor allem Syrien und Jordanien müssten den Vertriebenen endlich offiziellen Flüchtlingsstatus einräumen. Weil die Iraker dort bislang nur geduldet seien, dürften sie keine Arbeit annehmen und lebten deshalb meist in ärmlichsten Verhältnissen. Oehring mahnte angesichts der dramatischen Lage auch die Europäer, sich auf eine weitere Zunahme der Asylbewerberzahlen aus dem Irak einzustellen. Europa müsse alles für ein „geordnetes Ankommen“ der Betroffenen vorbereiten. KNA |