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  • Kirche und missio helfen HIV-infizierten Kindern in Südafrika
  • Stichwort: Aids im Süden Afrikas
  • Stichwort: missio-Projekte in Südafrika

     

  • "Mein Virus ist mein bester Freund"

     

      Kirche und missio helfen HIV-infizierten Kindern in Südafrika  
     

     
     

    Von KNA-Redakteur Gottfried Bohl
    Veröffentlichung nur mit Genehmigung der KNA,
    Absprache unter (0228) 26 000 32.

    Durban (KNA). "Mein Virus ist mein bester Freund". Ungläubiges Kopfschütteln in der kleinen Kapelle des Kinderschutzzentrums "Sankt Philomena's Home" im südafrikanischen Durban. Doch die 22-Jährige Zanele meint das ernst. Und sie erklärt es den vielen Kindern, die an diesem Morgen wie gebannt an ihren Lippen hängen. Eben noch haben sie ausgelassen getanzt, getrommelt und gesungen, von Tod und Auferstehung und von der christlichen Hoffnung, dass mit dem Tod eben nicht alles vorbei ist. Lebensfreude pur, obwohl auch einige dieser 6- bis 17-Jährigen den tödlichen Virus schon in sich haben. Genau wie Zanele, die hier ihre Botschaft verkündet: "Auch HIV-positiv ist ein positives Leben möglich, trotz allem!"

    Und die zierliche junge Frau erzählt weiter von ihrem besten Freund, dem Virus. Bringt die Kinder zum Schmunzeln, wenn sie mit ihm redet und auch mal schimpft, sobald er sie zu sehr ärgert. "Ich muss den Virus akzeptieren, denn keiner kann ihn mir wegnehmen. Was nützt es also, gegen ihn zu kämpfen?" Und so lange es ihm gut geht, geht es auch Zanele gut. "Aber lasst Euch nicht vom Virus bestimmen, lebt euer eigenes Leben", macht sie den Kindern Mut. Hier, in dem katholischen Zentrum, wo sie selbst den Weg zurück ins Leben gefunden hat.

    Nichts zu lachen für "Smiley"

    "Smiley" wurde sie damals genannt, weil sie immer so freundlich lächelte - obwohl sie eigentlich nichts zu lachen hatte. Sie war gerade neun, als ihr Stiefbruder sie vergewaltigte. Einige Zeit später die niederschmetternde Diagnose: HIV-positiv. Immer noch ein Todesurteil, das sie als rebellischer Teenager aber nicht wahrhaben wollte, wie sich Pflegemutter Glenda nur allzu lebhaft erinnert: "Sie hat keinem Menschen vertraut und richtig gekämpft - gegen alles und jeden. Und es war ein verdammt harter Weg, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen und dann auch regelmäßig die Medikamente zu nehmen."

    Verstohlen greift Zanele zum Taschentuch und schließt die Augen, als die resolute Mitarbeiterin des Zentrums schildert, wie sie ihren Schützling in letzter Sekunde vom Selbstmord abhalten konnte: "Stundenlang habe ich sie festgehalten, bis ich keine Angst mehr hatte." Doch diese Krise hat Zanele umso stärker gemacht, glaubt Glenda.

    "Gott hat mir geholfen", bekennt Zanele weiter in der Kapelle: "Der Glaube gibt mir die Kraft, hier vor Euch offen zu meiner Krankheit zu stehen." Denn das ist noch längst keine Selbstverständlichkeit - trotz der großen Zahl der Aidskranken südlich der Sahara. Und Gott habe ihr sogar die Kraft geschenkt, ihrem Vergewaltiger von damals zu vergeben: "Ich bin ihm begegnet, viele Jahre später. Das war für ihn ein größerer Schock als für mich."

    Vor Gott die Wut heraus schreien

    Der Glaube spielt eine große Rolle in dem Projekt, das auch von missio unterstützt wird. Die Kinder schreiben Briefe an Gott, malen Bilder, formulieren eigene Fürbitten und Gebete, in denen sie ihre Angst ebenso in Worte fassen wie ihre Hoffnung. "Und oft schreien sie Gott auch ihre ganze Wut und Verzweiflung entgegen", ergänzt Patrick Vorster, der Leiter des Zentrums: "Das hilft ungemein. Denn sie wissen, er hat immer ein offenes Ohr für sie, doch er erzählt nichts weiter!" 

    Zanele erzählt weiter: Von ihrem Leben in Sankt Philomena's, das bis heute wie eine große Familie für sie ist. Von ihrem neuen Leben, denn seit sie erwachsen ist, lebt sie in einem kleinen Haus in einem Vorort der Millionenmetropole Durban. Und vor allem berichtet die 22-Jährige ganz stolz von ihrer Arbeit bei "Umthombo", einer Nichtregierungs-Organisation, die sich um die etwa 7.000 Straßenkinder in der Küstenstadt kümmert.

    Begegnung mit der Vergangenheit

    "Sie hängen den ganzen Tag rum, schnüffeln Klebstoff, betteln, stehlen und halten sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser", beschreibt sie nüchtern den Alltag ihrer Schützlinge. Wobei sie genau weiß, dass sie ebenso hätte enden können, wenn sie nicht in Sankt Philomenas gelandet wäre: "Ich begegne hier meiner eigenen Vergangenheit, die ich so lange verdrängt habe. Aber wenn ich diesen Kindern helfe, von der Straße wegzukommen, helfe ich auch mir selbst."

    "Wounded healers - Verwundete Heiler" nennt Patrick Vorster Menschen wie Zanele, die sich aus dem eigenen Leid heraus für andere einsetzen, für die Straßenkinder genauso wie für die Kinder hier in der Kapelle: "Sie sind authentisch, sie können glaubwürdig aufklären und warnen", erklärt der Theologe und Sozialarbeiter eine der wichtigsten Säulen seines Stress- und Trauma-Programms. Sein Einsatz für Schutz und Aufklärung entspricht ganz den Zielen, die der Weltaidstag am 1. Dezember propapgiert.

    Gundula Gause: Zanele ist beeindruckendes Vorbild

    Für ZDF-Nachrichtenfrau Gundula Gause ist die junge Südafrikanerin ein "absolutes Vorbild für die vielen anderen Kinder hier". Als Schirmherrin des Afrikatags von missio war sie schon bei Zaneles Deutschlandbesuch im letzten Jahr beeindruckt. Umso mehr fasziniert sie der Besuch von missio-Projektmitarbeiter vor Ort: "Gerade Zanele ist eine unheimlich starke junge Frau, die trotz ihrer Krankheit Mut, Fröhlichkeit und Zuversicht ausstrahlt, auch aus einem tiefen Glauben heraus."

    Die kurze Ansprache geht zu Ende, mit dem Aufruf an die Kinder, selbst zum Schutzengel zu werden für andere. Zanele verdrückt sich schnell noch ein paar Tränen, bevor sie wieder ihr schelmisches Lächeln zeigt. "Smiley" will sie heute aber nicht mehr heißen, denn "Lachen ist nur eine der vielen Stimmungen in mir". Und irgendwie scheint sie in diesen wenigen Minuten ein Stückchen gewachsen zu sein - die selbstbewusste Frau, die auch wegen des Virus deutlich jünger wirkt als 22. Das nächste Lied beginnt. Sie schnappt sich ihre "große blonde Freundin Gundula", und gemeinsam tanzen sie zum Rhythmus der Trommeln und der fröhlichen Zulu-Gesänge.

     
       
     
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    Qualifizierte Familienhilfe für Waisen und traumatisierte Kinder
    Eltern brauchen Hilfestellungen, die ihnen und ihrem Kind das Zusammenleben erleichtern. Diese Hilfestellungen gibt "St. Philomena's Home" mit verschiedenen Kursen - aber auch eine Wallfahrt der Pflegeeltern als spirituelle Unterstützung und Erfahrung einer familienübergreifenden Gemeinschaft.
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    "Ein Euro für Afrika"
    Der Afrikatag 2003-2007
    Seit über 100 Jahren findet im Januar die Kollekte zum Afrikatag statt. 1891 wurde die Afrikasammlung von Papst Leo XIII. zur Bekämpfung der Sklaverei eingeführt. Heute unterstützt der Afrikatag die Befreiung von modernen Formen der Knechtschaft, Unterdrückung und Entrechtung. Mit der Kollekte zum Afrikatag werden Projekte unterstützt, in denen Menschen durch Zuspruch und Bildung zur mehr Selbstbestimmung und Eigeninitiative befähigt, ermutigt und bestärkt werden. Dieser Dienst an der Freiheit des Menschen durch Bildung ist ein entscheidender Beitrag der afrikanischen Kirche zur ganzheitlichen Entwicklung des Kontinents.
     

    Medienpreis der Deutschen AIDS-Stiftung für missio-Film
    Der Medienpreis 2003/2004 der Deutschen AIDS-Stiftung ist heute zu Beginn des 10. deutschen und 16. österreichischen AIDS-Kongresses in Wien an drei verschiedene Projekte vergeben worden, zu denen auch der Film „Sie nennen mich Smiley. AIDS-Waise finden zurück ins Leben“ gehört.
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      Stichwort: Aids im Süden Afrikas  
     

     
     

    Der neueste UN-Aids-Report vom 20. November (englische Fassung) berichtet, dass weltweit mehr als 33 Millionen Menschen mit dem Aids-Erreger HIV infiziert sind, davon alleine 22,5 Millionen im südlichen Afrika. In diesen Ländern südlich der Sahara sei die Lage besonders dramatisch, so das Aids-Programm der Vereinten Nationen. Es rechnet mit weltweit 2,1 Millionen Aids-Toten alleine in diesem Jahr, das entspricht etwa 5.700 Opfern pro Tag.

    Die Experten gehen davon aus, dass sich trotz aller Anstrengungen und Aufklärungskampagnen pro Tag 6.800 Menschen neu mit der tödlichen Immunschwäche infizieren, also knapp 2,5 Millionen im Jahr. Unter den Aids-Toten dieses Jahres sind nach UNAIDS-Angaben 330.000 Kinder, weltweit ist demnach etwa jedes siebte Aids-Opfer jünger als 15 Jahre.

    Die medizinische Versorgung der Infizierten ist laut UN insgesamt besser geworden, so dass die Lebenserwartung auch nach Ausbruch der Infektion deutlich angestiegen ist. Allerdings beklagen Experten imme wieder, dass viele Menschen weiterhin keinen angemessenen Zugang zu wirksamen Medikamenten hätten. Im südlichen Afrika gelte dies vor allem für große Teile der Landbevölkerung sowie für Menschen ohne einen gültigen Pass.

     
       

      Stichwort: missio-Projekte in Südafrika  
     

     
      Das katholische Hilfswerk missio in Aachen hat in den letzten Jahren mehr als 150 Projekte in Südafrika mit insgesamt knapp 2,3 Millionen Euro unterstützt. Ein gutes Drittel dieser Förderung machen Aids-Pojekte aus. Zu den besonderen Schwerpunkten gehört auch hier die Aus- und Fortbildung haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter, etwa für die häusliche Begleitung der Infizierten oder für die Traumaarbeit und andere psychosoziale Hilfen für Waisen und schutzlose Kinder. Darüber hinaus fördert missio unter anderem die Präventionsarbeit mit Jugendlichen, die Sensibiliseriung verschiedener Glaubensgemeinschaften für HIV/Aids, die Lehrerfortbildung und die Studentenseelsorge.  
       
     
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    Südafrika
    Der Staat Südafrika erstreckt sich auf einer Fläche von mehr als dreimal der Größe Deutschlands. Er ist aufgeteilt in neun Provinzen. Regierungssitz ist die Stadt Pretoria, das Parlament befindet sich in Kapstadt. Die bevölkerungsreichste Stadt und die wirtschaftliche Drehscheibe des Landes und des ganzen südlichen Afrikas ist Johannesburg. Die Mehrheit der Bevölkerung gehört christlichen Kirchen an. Auch die Kirchen müssen die Spaltung durch Apartheid erst überwinden.
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    HIV - AIDS
    "Gebt uns Hoffnung" - missio unterstützt Einsatz der Katholischen Kirche im Kampf gegen AIDS - AIDS: erworbenes Immunschwächesyndrom - "Der Leib Christi leidet an AIDS": Interview mit Bischof Kevin Dowling C.SS.R, Bischof der Diözese Rustenburg in Südafrika am 30.11.01 - Nur die Liebe zählt. Ein Gespräch mit Nonkosi Madine aus Guguletu, einer Township von Kapstadt - "Wir rechnen mit der weltweiten Solidarität der katholischen Kirche"
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    Ausgewählte Aids-Projekte
    missio unterstützt zahlreiche Projekte in Afrika, Asien und Ozeanien, die die Seelsorge mit HIV/Aids-Kranken, ihren Eltern, Geschwistern und Kindern sowie mit Aids-Waisen initiiert und unterstützt. Einige ausgewählte Projekte, für die wir gerne Ihre Spende entgegen nehmen, stellen wir Ihnen nachfolgend vor.
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