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Südafrika

 
  Ahnenkult und christlicher Glaube
 
 
 

Eine Untersuchung des Pietermaritzburg Institute of Natural Resources ergab, dass 84 Prozent der südafrikanischen Bevölkerung mindestens dreimal jährlich einen Sangoma konsultieren. Die Zahl der praktizierenden Sangomas wird in Südafrika auf über zweihunderttausend geschätzt. Die Versorgungsdichte der traditionellen Heiler weist die höchste Quote auf, verglichen mit der der Ärzte und der Priester. Die traditionellen Heiler bieten nicht nur eine Therapie der Krankheit an, sondern sind selbst Verbindungsglieder zwischen der Welt der Ahnen und der Lebenden. Ihre Fähigkeiten gelten als übernatürlich, göttlich. Häufig werden die Unterschiede zwischen Verehrung von Heiligen und Ahnen und zwischen Anbetung Gottes verwischt. Das geschieht besonders dann, wenn die Priester oder Ordensleute auch die Rolle der traditionellen Heiler übernehmen. Dies wollen die Bischöfe nicht akzeptieren. Sie verabschiedeten im August 2006 eine Resolution, aus der hervorgeht, dass das Amt des Priesters mit der Arbeit eines Heilers und Wahrsagers unvereinbar ist. Der Heiler handelt im Auftrag der Ahnen und ihrer Geister, während der Priester durch die Gnade Gottes berufen wird und sein Dienst als Teilhabe an der Sendung Christi zu verstehen ist. Mit der Resolution haben die südafrikanischen Bischöfe auch eindeutig Position bezogen im Hinblick auf das umstrittene Wirken des ehemaligen Erzbischofs Emmanuel Milingo aus Sambia.