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Pater Schalück,
haben Sie Mutter Teresa persönlich kennen
gelernt?
Pater
Schalück: Ich hatte das
Glück, Schwester Teresa mehrere Male (...) zu begegnen. Einmal war
es beim ersten Besuch des Papstes 1994 in Albanien. (Dass wir
zusammen im Flugzeug geflogen sind, war rein zufällig.) Bei dieser
Gelegenheit war eine sehr ehrfurchtsvolle Stille an Bord, die nur
einmal etwas unterbrochen wurde, als Mutter Teresa eine Stewardess
bat, sie möge ihr doch die übrig gebliebenen Stücklein - wie es im
Evangelium heißt — eines recht bescheidenen Mittagsmahles (...)
überlassen, denn sie wolle diese den Armen geben. Im übrigen bin
ich ihr einmal zufällig auf der Straße in Rom begegnet, aber dann
ihren Schwestern (...) in sehr schwierigen und beeindruckenden
Situationen, wie z. B. (...) im Sudan, in Indonesien, auch mitten
in einem Armenviertel (...) und an vielen anderen Orten. Das war
auch die lebendige Mutter Teresa.
missio hat die
Arbeit der Teresa-Schwestern in aller Welt über Jahrzehnte hinweg
unterstützt. Wie würden Sie Skeptikern begegnen, die sich kritisch
über die Missionarinnen der Nächstenliebe
äußern?
Pater
Schalück: Über Mutter
Teresa ist (...) auch manches Kritische gesagt worden (...) Z.B.
dass sie ihre Ordensgründung nicht richtig im Griff gehabt haben
soll, sie sei schneller gewachsen, als man ihr Struktur habe geben
können. Das sind Kriterien, die ihr nicht gerecht werden.(...) Sie
war ein beeindruckende Frau, die aus einem tiefen Glauben gelebt
hat, das war bei der flüchtigsten Begegnung mir sichtbar, (...) an
ihrem Gesicht z.B., an ihrer Art zu sprechen, an ihrer Art, im
(...) Gegenüber einen wirklichen Bruder und eine wirkliche
Schwester zu sehen. Man muss einfach (...) anerkennen, dass diese
Frau aus einem tiefen Gottesglauben, aus einem tiefen Optimismus
der Welt einen solchen Impuls gegeben hat, dass sie auch bis hin im
säkularen Bereich als Nobelpreisträgerin anerkannt
wurde.
Worin sehen Sie
das Erfolgskonzept von Mutter Teresa?
Pater
Schalück: Sie würde
wiederum sagen, das bekannte Wort, dass Erfolg kein Name Gottes
ist. Aber wenn wir in menschlichen Kategorien von Erfolg reden
dürfen (...), dann ist das Erfolgskonzept (...) ihre persönliche
Überzeugungskraft. (...) Und, wie gesagt, das Erfolgskonzept ist
dann ihr eigenes Beispiel. Ich kann nur bezeugen, durch diese
Begegnungen, die ich eingangs geschildert habe, dass ich glaube,
die Gemeinschaft ist gerade durch diesen originären evangelischen
Geist der Gründerin auf einem richtigen Weg und hat eine Botschaft,
die diese Welt braucht.
Dieses Interview
steht auch als 2,4 MB große Audio-Datei zum Download zur
Verfügung. |
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