| |
Bundesforschungsministerin Annette Schavan (r.) hat zu Beginn ihrer Indienreise einen der größten Slums in Delhi besucht und traf dort missio-Projektpartner Reverent James Massey. Schavans fünftägige Reise zielt darauf ab, die deutsch-indische Kooperation zu einer strategischen Partnerschaft auszubauen. Die Ministerin, die in Begleitung einer Delegation von rund 50 hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik reist und Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsstandorte besucht, sagte: „Dieser Besuch hier ist mir so wichtig wie der Besuch eines großen IT-Labors.“
In dem in der Nähe des Flughafen gelegenen Slum Kusumpur leben an die 60.000 Migranten aus ganz Indien. Die große Mehrheit von ihnen gehört zu den Dalits, Indiens sogenannten „Unberührbaren“. Die Ministerin informierte sich bei Massey und seinen Mitarbeitern über die Situation der Slumbewohner und nutzte die Chance, mit Bewohnern ins Gespräch zu kommen. Die Bundesforschungsministerin zeigte sich sehr beeindruckt von der Bildungsarbeit, die dort geleistet wird. „Ich sehe hier eine Politik der kleinen aber sehr wichtigen Schritte, um Kindern eine Chance zu geben und Zukunftsperspektiven zu eröffnen“, sagte Schavan im Hinblick auf die Arbeit von James Massey und seinen Mitarbeitern. Dieser erklärte: „Ihr Besuch ist eine sehr große Anerkennung der Arbeit aller hier.“ Massey (l.) ist Pastor der protestantischen Kirche Indiens und leitet das Zentrum für Dalit-Studien in New Delhi. Durch die Jahrhunderte andauernde Unterdrückung ist es für Dalits schwierig, eine eigene spirituelle und kulturelle Identität zu entwickeln. Das ökumenische Zentrum bietet ein vielfältiges Angebot zur Geschichte, Religion, Kultur, Literatur und Dalit-Theologie und wird von missio unterstützt. Regelmäßig besucht Massey mit Studenten und Besuchern Slums in Delhi, um die Situation der Dalits in Indien vor Ort erfahrbar zu machen.
Massey, der aus einem kleinen Dorf im Bezirk Gurdaspur im Pandschab kommt, hat selbst erfahren, was Ausgrenzung und Unrecht bedeuten. „Ich bin ein Unberührbarer, aber ich habe mich nicht unterkriegen lassen.“ Massey war der erste Dalit, der in Deutschland an der Universität Frankfurt habilitierte - im Fach Theologie. „Ich habe die Chance genutzt. Ich bin zuversichtlich, dass auch andere es schaffen werden.“ missio hat die Arbeit von James Massey für und mit den Dalits bisher mit 150.000 Euro unterstützt. |
|
| |
 | | Christliche Dalits |
|---|
 |
Mit schätzungsweise 16 Millionen Menschen gehört die große Mehrheit der Christen Indiens zu den Dalits. Ihre Lebenssituation ist geprägt von Ausgrenzung und Erniedrigung. Von den vom Staat vorgesehenen Möglichkeiten der Förderung für Dalits sind die christlichen Dalits ausgeschlossen. | | Das Kastensystem |
|---|
 |
Vor Gott sind alle Menschen gleich. Nicht aber vor den Menschen, die dem streng hierarchischen Kastensystem anhängen. In Indien bestimmt die Geburt, wer Privilegien genießt und wer Sklavenarbeit verrichten muss. Die Dalits stehen ganz unten, noch unter den Kasten. | | Centre for Dalit Studies |
|---|
 |
Seit Jahren bemühen sich Vertreter der Dalit-Christen um intensive Studien zur Geschichte, Religion, Kultur, Sprache und zum Selbstverständnis von Dalits. Erste Entwürfe zur Entwicklung einer „Dalit Theologie“ entstanden – weniger mit dem Ziel, eine dogmatische „Gegentheologie“ zu schaffen, sondern vor allem um die Geschichte und die Lebenswirklichkeit des christlichen Glaubens im jeweiligen kulturellen und sprachlichen Kontext aufzuzeigen und den Dalit-Christen Beheimatung zu ermöglichen... | | Rev. Dr. James Massey |
|---|
 |
Gast im Monat der Weltmission 2005 in den Diözesen Trier und Berlin: der 63-Jährige promovierte Pastor der protestantischen Kirche von Nordindien leitet in Neu Delhi das Zentrum für theologische Dalit-Studien. | | Indien |
|---|
 |
Hier finden Sie weitergehende Informationen zu Indien: missio-geförderte Projekte, für die Sie online spenden können, Dokumente (u.a. aus den Ortskirchen), Daten, Fakten, Landkarten sowie ausführliche Literaturlisten. mehr  | |
|
|