| |
Wenige Tage vor dem Weltaidstag am 1. Dezember hat die ZDF-Journalistin Gundula Gause Aidsprojekte der katholischen Kirche in Südafrika besucht. Gause, die Afrikatags-Schirmherrin von missio ist, zeigte sich tief betroffen über die weit reichenden Folgen der Pandemie: „Es gibt zahlreiche Familien, in denen beide Eltern gestorben sind und nun das älteste Kind das Oberhaupt ist, 19-Jährige kümmern sich um die Versorgung und darum, dass die Kinder weiter zur Schule gehen. In Südafrika wächst eine Generation ohne Eltern auf“, sagte Gause im Sizanani-Outreachcenter der Mallersdorfer Schwestern in Nkandla. Dort betreut das Team um Schwester Maria Lindner 623 von HIV betroffene Familien in ihren Dörfern und Wohnorten. Die Hälfte der Betreuten sind Kinder, 36 Familien sind ganz ohne Erwachsene und werden von Kindern geleitet, in vielen Fällen haben die Großeltern die Verantwortung übernommen. „Für die Kinder gibt es ein Leben nach dem Tod der Eltern, die Aids-Waisen fordern unsere ganze Solidarität!“, so Gause. Dabei sei die seelsorgerisch-psychologische Hilfe ebenso bedeutsam wie die medizinische Versorgung. Besorgt zeigte sich Gause über die anhaltende Tabuisierung des Problems: „Es wird nicht offen über Aids im Familien- und Freundeskreis gesprochen, selbst Kranke verschweigen ihre HIV-Infektion.“ missio-Vizepräsident Dr. Gregor von Fürstenberg wies auf die aktuellen Aids-Zahlen hin, die von UNAids veröffentlicht wurden, dem Aidsprogramm der Vereinten Nationen. Danach leben 22,5 Millionen Infizierte im Süden Afrikas. Mittlerweile werde jeder vierte Aids-Betroffene weltweit in einer kirchlichen Einrichtung betreut, so von Fürstenberg. missio habe den Schwerpunkt seiner Hilfe in Südafrika auf die Aidspastoral gelegt. Mit rund 850.000,- Euro hat missio im Zeitraum 2001 bis 2005 rund ein Drittel seiner Projektförderung in HIV- und Aids-bezogene Projekte gegeben. Dazu zählen zahlreiche Aus- und Fortbildungsprogramme für haupt- und ehrenamtliche kirchliche Mitarbeitern über die verheerenden seelischen Folgen von Aids, die Ausbildung und Begleitung zur häuslichen Betreuung und Aufklärungsarbeit mit Jugendlichen. _____
Das Internationale Katholische Missionswerk missio unterstützt die katholische Kirche in über 100 Ländern in Afrika, Asien und Ozeanien, insbesondere durch die Ausbildung kirchlicher Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. In mehr als 2.700 Projekten finanziert missio zudem den Aufbau der kirchlichen Infrastrukturen, damit Menschen sich treffen und ihren Glauben miteinander teilen können. |
|
| |
|
|