Login   Kontakt   Suche   Sitemap   Spende   Drucken
/ Home / Angebote, Medien & Presse / Pressedienst / Archiv / 2005

 

missio-Studie über die Rolle der katholischen Kirche in Liberia

Pressemitteilung vom 09.03.2005
 

  Die katholische Kirche nahm und nimmt bei der Wahrung der Menschenrechte und der Stabilisierung des völlig zerrütteten westafrikanischen Landes Aufgaben wahr, die staatliche Instanzen nicht erfüllen konnten und können.  
 

 
 

Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „Zur Lage der Menschenrechte in Liberia: Ein Traum von Freiheit“ der missio-Fachstelle Menschenrechte.

„Die Menschenrechtsstudie dokumentiert den Einsatz der katholischen Kirche für Gerechtigkeit und Frieden, für Menschen- und Bürgerrechte während der Herrschaft des Diktators Charles G. Taylor, die zum völligen Staatsverfall führte, sowie in der Zeit nach der erzwungenen Abdankung des Despoten,“ erläutert der Leiter des missio-Afrikareferats und Autor der Studie, Hans-Peter Hecking.

Die Studie bietet einen Abriss der jüngeren Geschichte Liberias bis in die Gegenwart und ist das bislang einzige Werk, das konkret darlegt, auf welche Art und Weise sich die katholische Kirche in den Phasen der staatlichen Degeneration für die Interessen der Menschen eingesetzt hat. Belegt wird das durch kirchliche Dokumente und Verlautbarungen. So hat Erzbischof Michael Kpakala Francis neben gemeinsamen Stellungnahmen mit der liberianischen Bischofskonferenz (CABICOL) in zahlreichen Hirtenbriefen sowie auf internationalen Konferenzen immer wieder auf die desolate Situation seines Landes hingewiesen und eindringlich gegen die Verarmung, Gesetzlosigkeit und Schattenwirtschaft protestiert. Unter seiner Präsidentschaft wurde 1990 das „Inter-Religious Council of Liberia“ (IRCL) gegründet. Über ihre Arbeit im IRCL war die katholische Kirche schließlich maßgeblich daran beteiligt, dass die Friedensverhandlungen in Accra/Ghana zustande kamen und die Taylor-Regierung abgelöst wurde.

Aufgaben der katholischen Kirche in der politischen Übergangsphase

Auch mehr als ein Jahr nach dem Ende der Taylor-Herrschaft gehört Liberia mit seinen etwa 3,3 Millionen Einwohnern zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Die älteste Republik Schwarzafrikas ist auch heute noch geprägt von sozialem, ökonomischem und politischem Niedergang.

„In der jetzigen Phase des politischen Wandels, der Aufarbeitung der Geschehnisse unter der Taylor-Diktatur und in Vorbereitung auf die geplanten Wahlen im Oktober 2005, spielt die katholische Kirche bei der Stabilisierung des Landes und der Wahrung der Menschenrechte wieder eine entscheidende Rolle“, schlussfolgert Hans-Peter Hecking. Diese Rolle nimmt sie über die 1991 von der liberianischen Bischofskonferenz als unabhängige Menschenrechtsorganisation gegründete „Justice and Peace Commission“ (JPC) wahr. Zu vorrangigen Aufgaben der JPC gehören die Veröffentlichungen von Menschenrechtsverletzungen, Gefangenenbetreuung, Aufzeichnung von Zeugenaussagen über die Massaker während des Taylor-Regimes und Maßnahmen zur Bürgerrechtserziehung.

missio-Spenden auch für landesweite Bewusstseinsbildungsprogramme

In Solidarität zur katholische Kirche in Liberia unterstützt missio diese durch gezielte Lobbyarbeit in Deutschland und finanziell, durch die Förderung spezieller Projekte im Bildungs- und Ausbildungsbereich. Neben einem landesweiten Bewusstseinsbildungsprogramm zur Wahlerziehung und Vermittlung allgemeiner Menschen- und Bürgerrechte, einem Rechtserziehungsprogramm für Frauen, fördert missio zahlreiche Projekte zum Wiederaufbau kirchlicher Infrastruktur nach den Zerstörungen des Krieges. Insgesamt hat missio in 2004 mit der Hilfe der deutschen Spenderinnen und Spender 860.570,00 Euro den Projekten in Liberia zuwenden können.

 
   
 
Weitere Informationen bieten Ihnen unsere folgenden Webseiten:
 
 
 

23 · Zur Lage der Menschenrechte – Ein Traum von Freiheit - Der Einsatz der Katholischen Kirche für Frieden und Gerechtigkeit
In dieser Studie wird der Einsatz der katholischen Kirche für Gerechtigkeit und Frieden in Liberia in den vergangenen knapp 25 Jahren seit dem gewaltvollen Ende der Ersten Republik untersucht. Es wird dargelegt, wie die katholische Kirche Liberias in dieser Zeit des rapiden staatlichen Niedergangs und des am Ende vollständigen Zerfalls jeglicher staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung in der „ältesten Republik Schwarzafrikas“ aber auch in dem ersten Jahr der staatlichen und gesellschaftlichen Neuorientierung nach der Abdankung des Despoten Taylor für die Wahrung und Verteidigung grundlegender Menschen- und Bürgerrechte eintrat.
 

Fachstelle Menschenrechte
Das Anliegen der Fachstelle Menschenrechte ist es, die Kenntnis über die Menschenrechtssituation in den Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens zu fördern. Um diesem Ziel näher zu kommen engagieren wir uns in der menschenrechtlichen Netzwerkarbeit und fördern den Austausch der Partner missios in Afrika, Asien und Ozeanien mit kirchlichen und politischen Entscheidungsträgern in der Bundesrepublik Deutschland.
mehr 

Liberia
In dem von 1989 bis Ende 2003 tobenden Bürgerkrieg waren nahezu ein Viertel aller Soldaten Kinder. missio engagiert sich u.a. mit einem Projekt für ehemalige Kindersoldaten in dem kleinen westafrikanischen Land. Neben diesem und weiteren Projekten erhalten Sie auf der Länderübersichtsseite wichtige Informationen zum Land, z.B. auch in Form der missio-Menschenrechtsstudien.
mehr