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„Der Friedensprozess im Sudan steht erst am Anfang“, mahnten die beiden sudanesischen Bischöfe, Kardinal Gabriel Zubeir Wako, Erzbischof von Karthoum, und Bischof Cesare Mazzolari, Bischof von Rumbek, bei ihrem Besuch in Aachen. Die katholische Kirche sieht in dem am 26. Mai 2004 ausgehandelten sudanesischen Friedensabkommen ein Zeichen der Hoffnung. Trotzdem warnten die beiden Bischöfe, „der Friede müsse erst noch geschaffen werden.“ Man stehe erst am Anfang des Prozesses. Sichtbares Zeichen für die instabile Situation im Land ist die humanitäre Katastrophe, die sich zurzeit in der Region Darfur im Westsudan abspielt. Dennoch nannte Bischof Mazzolari den Friedensvertrag, „einen großen Schritt vorwärts“. Der Friedensplan sei zwar noch nicht im Detail ausgehandelt, aber durch ihn gebe es Hoffnung, den „fragilen Frieden“ in einen dauerhaften zu verwandeln. Dabei verglich der Bischof den Abschluss mit dem Vorgang, „einen Baum zu pflanzen“ und wies zugleich darauf hin, dass die Ursachen des Krieges durch den Friedensvertrag nicht beseitigt seien. „Darfur ist dafür das deutlichste Zeichen“. Die Bischöfe berichteten, dass die Situation der Flüchtlinge dramatisch sei. Von geordneten Flüchtlingslagern könne keine Rede sein. Den Vertriebenen fehle es buchstäblich an allem. Es gäbe keine Unterkünfte, keine Nahrungsmittel, kein Trinkwasser und keine Medikamente. Viele Menschen litten zudem an einer schweren Form der Malaria. Kardinal Wako unterstrich die Rolle der katholischen Kirche in seinem Land. Es reiche nicht aus, nur Geld zu verteilen. Man müsse Kontinuität und Vertrauen schaffen und die Menschen an diesem Prozess teilhaben lassen. Um diese Entwicklung auch weiter unterstützt zu können, investiere die katholische Kirche in Menschen, erläuterte missio-Präsident Pater Hermann Schalück (r.). Zudem rief missio vor drei Jahren im Sudan die Initiative „Healing the Healers“ ins Leben. Sie dient dazu Geistlichen, die während des Kriegs traumatisiert wurden, gezielt durch Therapien zu helfen, damit sie ihre seelsorgerischen Aufgaben wieder erfüllen können.
Zur Rolle der katholischen Hilfswerke erklärte der Hauptgeschäftsführer Misereors, Prof. Josef Sayer, man wolle einen “gerechten Frieden sichern helfen“ und zu „einer Stabilisierung der Lage“ beitragen. Er betonte, dass die katholischen Hilfswerke Flüchtlinge in Ägypten, Uganda, Tschad und im Sudan schon seit vielen Jahren unterstützen. Auch Vertreter der Bundesregierung und Parlamentarier habe man durch Treffen mit afrikanischen Bischöfen über die Lage in der Region informieren können. Er hoffe, dass durch den Druck der Bundesregierung und der internationalen Gemeinschaft auf die Regierung in Khartum positiv eingewirkt werden könne. Anlass des Gesprächs, zu dem Misereor und missio gemeinsam eingeladen hatten, waren der am 26. Mai ausgehandelte Friedensvertrag, der den seit mehr als 20 Jahre andauernden Bürgerkrieg zwischen dem Norden und Süden des Landes beenden soll und die humanitäre Krise in Darfur, im Westsudan, bei der bislang über 30.000 Menschen ihr Leben verloren. Dorthin und in den benachbarten Tschad flüchteten in den vergangenen Monaten über eine Million Menschen vor den Vertreibungen von Milizen. Bischof Mazzolari wies darauf hin, dass der Sudan mit insgesamt vier bis sechs Millionen „inneren“ Flüchtligen die höchste Anzahl von Flüchtlingen auf der ganzen Welt aufweise und erinnerte an Kofi Annans Worte, der Anfang April die Entwicklung im Westsudan als „größte humanitäre Krise zehn Jahre nach Ruanda“ bezeichnet hatte.
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