Login   Kontakt   Suche   Sitemap   Spende   Drucken
/ Home / Angebote, Medien & Presse / Pressedienst / Archiv / 2003

 

„Eine Kultur des Krieges in eine Kultur des Friedens verwandeln“

Pressemitteilung vom 15.12.2003
 

  Der sudanesische Erzbischof Loro ruft Deutschland auf, die Menschen im Sudan nicht alleine zu lassen.  
 

 
 

In einem Interview, das im Dezember 2003 in „Forum Weltkirche“ erschien, wandte sich der sudanesische Erzbischof Paolino Lukudo Loro auch an die Menschen in Deutschland und sagte in Hinblick auf eine mögliche Friedensvereinbarung der Bürgerkriegsparteien im Sudan, dass die Sudanesen die Deutschen „gerade auch nach der Unterzeichnung eines Friedensvertrages“ bräuchten und „dass sie uns dann nicht alleine lassen sollten.“ Bis heute zählen mehr als zwei Millionen Menschen zu den Opfern des seit 20 Jahren andauernden Bürgerkrieges.

In einer Initiative zur Beendigung des Krieges hatte die Katholische Bischofskonferenz des Sudan zusammen mit den anglikanischen Bischöfen des Landes im August diesen Jahres einen Pastoralbrief mit dem Titel „Genug ist genug: Der Krieg muss enden“ veröffentlicht. Darin fordern die Bischöfe alle Kriegsparteien auf anzuerkennen, dass „wir als Sudanesen nicht in der Lage sind, solange wir auf uns alleine gestellt sind, Frieden zu errichten. Wir benötigen die Unterstützung von anderen.“ Am 25. September 2003 haben die Bürgerkriegsparteien ein Rahmenabkommen über die Sicherheitsfragen im Sudan unterzeichnet. „Wir sind sehr froh, dass es nun zur Unterzeichnung dieses Abkommens gekommen ist“, kommentierte der Erzbischof das Ergebnis, äußerte zugleich aber auch Bedenken. Das Abkommen sei lediglich die Vereinbarung zwischen zwei Parteien, der Regierung und der SPLA (Sudanese People Liberation Army – Sudanesische Volksbefreiungsarmee), die sudanesische Bevölkerung habe es sich bisher aber nicht zu eigen gemacht.

Erzbischof Loro forderte die deutsche Bundesregierung auf, „sich aktiv in den Friedensprozess einzuschalten  und dafür zu sorgen, dass die Gespräche ein gutes Ende nehmen.“ Außerdem hoffe er, dass Deutschland sich besonders beim „Wiederaufbau des Sudan, vor allem was den Aufbau von Verwaltungsstrukturen“ und „die Ausbildung von Fachleuten angeht“ engagiere. „Deutschland hat große Erfahrungen, wenn es darum geht, anderen Völkern nach einem Krieg beim Wiederaufbau und bei der Errichtung neuer Strukturen zu helfen“, so der Erzbischof.

Die internationale Gemeinschaft rief der Erzbischof dazu auf, „den Sudan zu unterstützen, damit die Menschen des Sudan einen Weg aus dieser Situation des Krieges heraus und Friedenslösungen finden können.“ Besonders die Vereinten Nationen seien hier gefordert.   

Aber auch nach der Unterzeichnung eines Friedensabkommens ist in den Augen des Erzbischofs der Friede noch nicht gesichert. „Die Unterzeichnung eines Friedensvertrages bedeutet noch längst nicht Frieden“, erläuterte er. „Die Unterzeichnung wird zunächst einmal höchstens ein Ende der Kämpfe bedeuten, welche neben all dem Leid eine enorme Zerstörung verursacht haben.“

Zur Rolle der sudanesischen Kirche sagte Erzbischof Loro, es werde zu ihrer vorrangigsten Aufgabe gehören, „die Herzen aus Stein in Herzen aus Fleisch zu verwandeln. Es geht letztlich darum, eine Kultur des Krieges in eine Kultur des Friedens und der Versöhnung zu verwandeln.“ Auf die Frage, wie er die Zukunft des Sudan sehe, gab sich der Erzbischof zuversichtlich. „Wir glauben, dass die nun sichtbar werdenden Zeichen wirkliche Zeichen des Friedens sind“, erklärte er und führte weiter aus, “wir wünschen und hoffen jedoch, dass es sich um einen Frieden handeln wird, der von Dauer ist und Bestand hat.“

Das vollständige Interview, das von Norbert Kößmeier geführt wurde, erschien im Dezember 2003 in „Forum Weltkirche“ zusammen mit weiteren Berichten zum Thema Sudan. Si e können das Interview auch hier online lesen.

 
   
 
Weitere Informationen bieten Ihnen unsere folgenden Webseiten:
 
 
 

„Genug ist genug!“
Interview mit dem Präsidenten der sudanesischen Bischofskonferenz Erzbischof Paolino Lukudu Loro
mehr 

Forum Weltkirche
Nachrichten, Berichte und Reportagen öffnen den Blick für die unterschiedlichen Lebenskontexte von Christen weltweit. - Abonnieren Sie diese Zeitung, die mit 125jähriger Erfahrung profilierte Diskussionsanstöße aus der Weltkirche bietet.
mehr 

Sudan
Hier finden Sie weitergehende Informationen zum Sudan: missio-geförderte Projekte, für die Sie online spenden können, Dokumente (u.a. aus den Ortskirchen), die missio-Menschenrechtsstudien sowie weiterführende Informationen aus unserem Internetangebot.
mehr