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Im Alter von 11 Jahren wurde das
philippinische Straßenmädchen Pia Corvera von einem deutschen Sextouristen brutal
missbraucht. Sie brachte den Täter hinter Gitter und konnte sich
durch eine Therapie in einer Einrichtung der katholischen Kirche
von ihrem Trauma befreien. Auf Einladung von missio fliegt die
heute 18jährige Pia anlässlich der Weltkindertages nach
Deutschland, um für den Schutz von Kindern vor Sextouristen zu
kämpfen.
„Alle missbrauchten Kinder der Welt sollen aufstehen, sich wehren
und für Ihre Rechte kämpfen.“ Mit diesen Appell will Pia Corvera in
Deutschland im Rahmen der missio-Kampagne Aktion Schutzengel auf
das Thema Sextourismus und Kinderprostitution aufmerksam machen.
Dies erklärte die inzwischen 18jährige im Vorfeld der Reise nach
Deutschland.
Dabei will sie zahlreiche Veranstaltungen im Umfeld des
Weltkindertages zwischen dem 19. und 28. September in Deutschland
besuchen. Das ehemalige Opfer eines deutschen Sextouristen steht im
Mittelpunkt der Aktion Schutzengel, der missio-Kampagne
gegen Sextourismus und Kinderprostitution.
Mehrere Millionen
Minderjährige sind Opfer sexueller Gewalt, schätzen
Experten. Begleitet wird Pia Corvera von Pater Shay Cullen, dem Leiter des
Kinderschutzzentrums PREDA und Armin Ehl,
Vize-Präsident von missio. Die missio-Aktion startet mit einer
Pressekonferenz und einer Solidaritätsaktion im Flughafen
Frankfurt, wo die Reisegruppe von Manila aus am 19. September
landen wird. „Wenn von deutschen Flughäfen aus 400.000 deutsche
Sextouristen starten, dürfen wir nicht schweigen“, erklärte Armin
Ehl am Freitag in Aachen. „Das Beispiel von Pia zeigt, wie viel wir
bewirken können. Der Täter wurde gefasst und durch Spenden konnte
eine Therapie für das traumatisierte Kind ermöglicht
werden.“ Mit Aktionen im Flughafen Frankfurt am 19.
und 20. September ruft missio zum Schutz von Kindern auf und
fordert Politiker, die Reisebranche und die Polizei zum verstärkten
Kampf gegen sexuelle Gewalt auf. Als Protest gegen jene 400.000
deutschen Sextouristen, die Jahr für Jahr in Länder wie Thailand,
Kenia oder auf die Philippinen reisen, präsentiert das Missionswerk
die originelle Solidaritäts-Foto-Aktion. „Wir müssen Flagge zeigen
und helfen, wenn Kinder in Gefahr sind“, begründet Armin Ehl,
Vize-Präsident von missio, die Aktion. „Jedes Foto ist ein Zeichen
der Solidarität für den Schutz von Mädchen und Jungen.“ Im
Abflugterminal 1 werden am Freitag und Samstag Vormittag Personen
mit Engelsflügeln auf dem Rücken und Digitalkameras in der Hand
starten und die Reisenden über das Thema der Aktion Schutzengel informieren und um ein
Foto bitten. missio-Mitarbeiter und engagierte Unterstützer der
Kampagne aus Frankfurt und dem Bistum Limburg, wie der katholische
Pfarrer Christian Enke, wollen so auf positive Weise für die
Kinderrechte mobilisieren. Bei bisherigen Veranstaltungen haben über
200.000 Menschen die Aktion unterstützt, darunter Prominente wie Johannes Rau, Sabine
Christiansen, die
Tatortkommissare Klaus
J. Behrendt sowie Dietmar Bär und die ehemalige Justizministerin
Herta Däubler-Gmelin. Sponsoren haben zusagt bei jeder
fotografierten Person einen Euro für Hilfsprojekte zu
spenden. Weitere Veranstaltungen, Gespräche mit
Politikern und Fernsehauftritte mit Pia Corvera, Pater Shay Cullen
und Armin Ehl sind in der folgenden Woche
vorgesehen. missio kämpft seit vielen Jahren im Rahmen
der Aktion Schutzengel gegen Sextourismus und
Kinderprostitution. Mit Spenden aus Deutschland werden
Hilfsprojekte in Ländern wie den Philippinen, Thailand, Sri Lanka, Indien,
Nepal, Kenia
und Südafrika
gefördert. Die Projektpartner schützen Kinder vor sexueller Gewalt
und ermöglichen Mädchen und Jungen den Ausstieg aus der
Prostitution. Sie befreien die missbrauchten Minderjährigen von
ihren traumatischen Erlebnissen und geben ihnen die Chance, ein
neues Leben zu beginnen. |
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