Seit 1956 herrschte im Süd-Sudan fast ununterbrochen Krieg. Rund zwei Millionen Männer, Frauen und Kinder starben dabei. Weitere vier Millionen Menschen leben als Flüchtlinge in den umliegenden Ländern oder in sudanesischen Lagern. Ein 2005 geschlossener Friedensvertrag zwischen Nord- und Süd-Sudan wird in kleinen Schritten umgesetzt. Doch der Krieg in der Region Darfur geht weiter. Der Sudan steht am Nullpunkt – und das in jeder Hinsicht. Jeder, der es sich leisten konnte, hat das Land verlassen und lebt im Ausland. Das betrifft vor allem gebildete Menschen. Dörfer und ganze Landstriche haben keine politischen Führungspersönlichkeiten mehr, die zum Aufbau von christlichen und demokratischen Werten beitragen könnten. Hier steht die Kirche vor einer besonderen Herausforderung. Die Diözese Rumbek hat schon vor Jahren im Norden des Nachbarlandes Kenia ein Ausbildungszentrum für Katechisten eingerichtet. Die Kosten für Unterbringung und den täglichen Bedarf mussten immer von Spenden getragen werden. Doch die Investition hat sich mehr als ausgezahlt. Denn Katechisten sind heute überall im Sudan anzutreffen. Sie arbeiten als Lehrer, organisieren Gottesdienste und betreuen Kranke. Und: sie kennen sich nicht nur in der heiligen Schrift, sondern auch in einem Handwerk aus. |