„Missionarisch Kirche sein – Begegnung wagen“ - das Motto
der missio-Kampagne in diesem Jahr ist eine Herausforderung für uns
als Christen. Es fordert uns auf, unser Bekenntnis als Christen zu
leben und Zeugnis von unserem Glauben abzulegen. Und zugleich
fordert es uns auf, über die Grenzen unserer eigenen religiösen und
kulturellen Tradition hinaus zu sehen und Menschen anderen Glaubens
in ihrer Suche nach Gott kennen zu lernen. So, wie es uns viele
Christen im Nahen Osten vormachen: Sie leben im Dialog mit ihrer
nicht-christlichen Umwelt und legen dabei Tag für Tag Zeugnis ab
von ihrem Glauben. Zum Beispiel die Schwestern vom Guten Hirten in
Damaskus. Oder die Fokolaren in Amman, die Räume für Begegnung
zwischen Christen und Muslimen schaffen. Diese missio-Partner leben
den interreligiösen Dialog im Geiste der Botschaft
Christi.
Auch wir können diese Botschaft leben. Mit der Gebetseinladung
„Frieden den Fernen und den Nahen“ rufen missio Aachen und München
zusammen mit der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) zu einer christlich-islamischen
Begegnung hier bei uns in Deutschland auf. Schließen Sie sich mit
und in Ihrer Gemeinde der Einladung zu einer gemeinsamen
multireligiösen Andacht an. In einer Welt voller Terror und Hass
sollten wir sichtbar machen, was uns vereint und vor der Welt
bezeugen, dass Frieden möglich ist. Der Gott, den muslimische und
christliche Gläubige bezeugen, ist ein Gott des Friedens. Deshalb
können wir uns versammeln, um in unserer jeweiligen Tradition für
den Frieden zu beten, wie es der Heilige Vater 1986 beim
Gebetstreffen von Assisi vorgelebt hat. Dazu möchten wir im
Oktober, den die Kirche in der ganzen Welt als Monat der
Weltmission feiert, besonders ermutigen. Die Gebetseinladung von missio und der
Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands sowie die dazu
gehörenden Materialen können Sie kostenlos in unserem Online-Shop bestellen.
Zudem bieten wir Ihnen zahlreiche Materialien auch als Downloads
an.
Die Gebetseinladung von missio Aachen und missio München sowie der
Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands enthält den Vorschlag
für einen Text, mit dem sich eine christlich-islamische Begegnung
gestalten lässt. Der Text eignet sich auch als Gebet für eine
christliche Gemeinde. Getragen ist der Entwurf von der Überzeugung,
dass wir – als Christen und Muslime – eine gemeinsame Verantwortung
für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt haben. Ein Gedanke, der
auch im „Christlichen Hymnus auf die Größe Gottes“ zum Ausdruck
kommt: Ja, Gott, du hörst das Seufzen der
Schöpfung und den Schrei der Armen und
Gefolterten. Wie zu allen Zeiten berufst Du auch
heute Frauen und Männer, Zeuginnen und Zeugen einer unzerstörbaren
Hoffnung, Poeten und Propheten. Sie erinnern daran: Der Mensch ist eine Ikone Gottes. Gott befreit, und deshalb können Menschen einander
befreien. Liebe ist stärker als der Tod. Tyrannen und ihre Ideologien werden immer neu
scheitern. Aufmerksame und gewaltfreie Begegnung nach dem Beispiel Jesu geben der Welt eine
gute Zukunft. Der Friede ist eine Frucht der
Gerechtigkeit. Und Gott selbst geht mit uns den Weg der
Befreiung. Dich, meinen Gott, preise ich. Du bist die Quelle von Freude und
Hoffnung. Deine Namen sind Leben und
Friede. Du hast mich erschaffen. Du lässt mich nicht allein. Du gibst meinem Leben ein Ziel. Du schenkst mir die Gnade, in Freiheit zu
atmen. Du weitest meinen Blick. Vor allem in der Begegnung mit den
Anderen darf ich in die Symphonie deiner Schöpfung
einstimmen. Gott, du bist Vater und Mutter alles
Geschaffenen. Kontinente und Ozeane, Vulkane und
Gletscher, Regenwälder und Rosen,
der Mensch als Mann und Frau, Kulturen und Religionen, alles lebt, weil du selber das Leben
bist. Das macht mich froh. Und ich spüre in meinem
Innersten, wie der gesamte Kosmos immer neu
aufblüht unter deinem liebevollen Blick und dem Wehen deines
Geistes. Du hast auch mich beim Namen gerufen.
Du hast gesagt, dass ich in deinen Augen schön und wertvoll
bin. Du hast mich gelehrt, wie ich Dich anreden
kann. Meine Ängste hast Du vertrieben. Meine Horizonte hast du weit gemacht. Ich weiß mich von dir geliebt, und deshalb
möchte ich Herz und Hände für die Anderen
öffnen. Ja, Gott, du hörst das Seufzen der
Schöpfung und den Schrei der Armen und
Gefolterten. Wie zu allen Zeiten berufst Du auch
heute Frauen und Männer, Zeuginnen und Zeugen einer unzerstörbaren
Hoffnung, Poeten und Propheten. Sie erinnern daran: Der Mensch ist eine Ikone
Gottes. Gott befreit, und deshalb können Menschen einander
befreien. Liebe ist stärker als der Tod. Tyrannen und ihre Ideologien werden immer neu
scheitern. Aufmerksame und gewaltfreie Begegnung nach dem Beispiel Jesu geben der Welt eine
gute Zukunft. Der Friede ist eine Frucht der
Gerechtigkeit. Und Gott selbst geht mit uns den Weg der
Befreiung. Und so bin ich Zymbel, Harfe,
Bambusflöte und Buschtrommel in einem tausendstimmigen
Orchester. In unzähligen Rhythmen aus allen Stämmen,
Völkern und Nationen klingt es: Unser Gott ist ein Gott des Lebens und der
Freiheit. Das Kleine und Unscheinbare ist ihm wichtig
und lieb. Er hört unser Weinen und trocknet unsere
Tränen. Sein Evangelium von der Freiheit und
Würde ist gute Botschaft für alle. Gebt sie weiter ohne Furcht. Sie bahnt sich unaufhaltsam ihren Weg. Aus einer Kraft, die nicht in uns, sondern in
Gottes Wort selber liegt. © Hermann Schalück ofm
2004 |