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Auf dieser Seite finden Sie:
  • „Spiritualität und Gemeindebildung – eine neue Art Kirche zu sein“
  • Weltkirche wird zur Lerngemeinschaft
  • Selbstverständnis und Rolle des Internationalen Katholischen Missionswerks missio e.V. in diesem Prozess
  • Start des Projekts und erste Kontaktnahme mit der asiatischen Kirche
  • Fortentwicklung und Konsolidierung des Projekts in den Jahren 2002 bis 2004
  • Ein Fazit und Ausblick

     

  • missio und AsIPA/KCG

     

      „Spiritualität und Gemeindebildung – eine neue Art Kirche zu sein“  
     

    Ein weltkirchliches Kooperationsprojekt von missio in Aachen und München mit dem AsIPA-Desk der FABC und den Diözesen in Deutschland.

     
     

    Im folgenden finden Sie einen Artikel von Dr. Norbert Nagler, Leiter der Koordinationsstelle "missio in den Diözesen" bei missio Aachen über die geschichtliche entwicklung des Projektes "Asipa Deutschalnd", für das er lange die Verantwortung trug. Der Artikel ist erschienen im Heft 4/2004 der Zeitschrift "Lebendige Seelsorge".

     
       

      Weltkirche wird zur Lerngemeinschaft  
     

     
     

    Die Rede von einer Lerngemeinschaft Weltkirche ist seit dem Erscheinen von Klaus Piepels gleichnamigem Buch bei Insidern des entwicklungspolitischen und weltkirchlichen Lernens ein vertrauter Topos. Auch für die Bildungsarbeit des Internationalen Katholischen Missionswerks missio e.V. in Aachen und München ist mit diesem Denkmodell ein wichtiger Referenzrahmen der Bildungs- und Kampagnenarbeit beschrieben. Hier ordnet sich auch das Projekt zum Aufbau Kleiner Christlicher Gemeinschaften in Deutschland ein, das sich von einem spirituellen und ekklesiologischen Ansatz der asiatischen Ortskirchen inspirieren ließ und neben seiner pastoralen Dimension besonders auch den spirituellen Impuls als Chance und Bereicherung für die Christinnen und Christen hierzulande vorstellen möchte.

     
       

      Selbstverständnis und Rolle des Internationalen Katholischen Missionswerks missio e.V. in diesem Prozess  
     

     
     

    Das pastorale Hilfswerk Missio versteht sich selbst als weltkirchliche Fachstelle und Dienstleister für die Diözesen in Deutschland. Mit dem Arbeitsschwerpunkt einer missionarischen Pastoral nimmt missio besonders die pastoralen Entwicklungen in Asien, Afrika und Ozeanien in den Blick, unterstützt die Pläne der Partnerinnen und Partner ideell und finanziell und fördert den Austausch pastoralen und theologischen Denkens. Das AsIPA-Projekt realisiert in besonderem Maß diesen Anspruch, weltkirchliche Lerngemeinschaft zu sein, da in diesem Projekt neben der finanziellen Förderung besonders das inhaltliche Miteinander auf der Basis eines offenen und respektvollen Dialogs und Partnerschaft im Vordergrund steht.

     
       

      Start des Projekts und erste Kontaktnahme mit der asiatischen Kirche  
     

     
     

    So lud missio-Aachen im Frühjahr des Jahres 2000 die Leiterinnen und Leiter der Seelsorgeämter der deutschen Diözesen ein, gemeinsam mit missio interessante pastorale Modelle in der Weltkirche kennen zu lernen. Es ging um die Verknüpfung der Glaubensverbreitung im „Süden“ und die Möglichkeiten der Glaubensweitergabe bei uns und zugleich um die innere Verknüpfung zwischen Gemeindeerfahrung im Süden und bei uns. Die Verantwortungsträger waren eingeladen, im Abstand zum eigenen Tagesgeschäft mit Partnerinnen und Partnern aus der Weltkirche in ein Gespräch und einen Erfahrungsdialog einzutreten, um die Modelle in Kooperation auf die je eigenen ortskirchlichen Gegebenheiten hin zu entwickeln. 
    Als konkrete Ziele des Projektes waren formuliert:

    • unter dem Gesamtthema „Zukunftsfähigkeit von Gemeinde – weltweit“ die Kirche als „Lerngemeinschaft Weltkirche“ zu erfahren;
    • mit dem AsIPA-Programm die Entwicklung einer lebendigen und tragfähigen Gemeindespiritualität kennenzulernen;
    • aus den pastoralen Aufbrüchen der Kirchen in Asien Impulse für die jeweiligen Pastoralkonzepte der Diözesen in Deutschland zu gewinnen. 

    Auf das missio-Einladungsschreiben an die deutschen Diözesen erhielten wir vielfältige positive Nachricht und fünf Erz-/Diözesen(Aachen, Hamburg, Osnabrück, Rottenburg-Stuttgart und Trier) erklärten noch vor der Sommerpause 2000 ihre Bereitschaft, jeweils einen Vertreter in eine Arbeitsgruppe zu diesem Thema zu entsenden. 
    So konstituierte sich im September 2001 die Arbeitsgruppe „Spiritualität und Gemeindebildung“ mit Vertretern aus den oben genannten fünf deutschen Diözesen und den zuständigen Diözesan- und Fachreferenten des Hauses missio-Aachen bzw. des Missionswissenschaftlichen Instituts missio in Aachen. In dem Wissen, dass es ein flächendeckendes Modell der Gemeindepastoral angesichts unserer differenzierten Gesellschaft nicht geben kann, versucht diese Gruppe kontext- und basisbezogen neue Modelle von Gemeinschaft und Gemeinde zu erarbeiten, die über eine reine Personalanalyse und Strukturdiskussion hinaus greifen und vor allem die spirituelle Fundierung der Gemeindebildung– die Bibel steht in diesem Modell zentral – zu befördern.

    Gleichzeitig mit der Konkretisierung von Projekt und Arbeitsgruppe transportierte missio über das Kampagnenthema „Glaube befreit“ Beispiele befreiender Gemeindemodelle im asiatischen Kontext über den Sonntag der Weltmission 2000. Wichtige KoordinatorInnen und MultiplikatorInnen des AsIPA-Ansatzes aus Indien und Sri Lanka konnten als Gäste gewonnen werden und halfen während des Monats der Weltmission 2000, in weit über 600 Veranstaltungen in der ganzen Bundesrepublik das Thema auf der Basis der eigenen Arbeit und Erfahrung authentisch zu präsentieren und einem breiteren Publikum in den deutschen Gemeinden bekannt machen. 

    Noch während die Gäste im Rahmen der Kampagne zum Sonntag der Weltmission 2000 dieses Thema in den deutschen Diözesen präsentierten, hatten der damalige Vizepräsident von missio-Aachen und der Projektleiter die Gelegenheit, an der zweiten Generalversammlung des Office of Laity – AsIPA-Desk der FABC am 12. bis 21.Oktober 2000 in Bangkok teilzunehmen. Diese stand unter dem Thema: „A New Way of Being Church in the New Millenium“. Es trafen sich Kirchenvertreter aus 19 asiatischen Ländern, darunter die maßgeblichen KoordinatorInnen des AsIPA-Programms und tauschten den jeweiligen Stand der pastoralen Entwicklungen und Erfahrungen untereinander aus. Die Präsenz von Vertretern aus der deutschen Ortskirche, die als Zuhörer und Lernende gekommen waren, wurde sehr positiv aufgenommen und sollte für den weiteren Verlauf des Projekts bis heute die Türen öffnen und verschiedenste Kooperationen über alle nationalen Grenzen hinweg ermöglichen.

    Unmittelbar nach der Rückkehr aus Bangkok bereitete missio in direktem Dialog und Kooperation mit unseren Gästen zum Monat der Weltmission, die ja noch bis Ende Oktober 2000 in Deutschland waren, eine Lern- und Exposure-Reise für die gemeinsame Arbeitsgruppe vor, und es konkretisierte sich der Plan, mit einer 11-köpfigen Reisegruppe zum Termin 3. bis 16. März 2001 auf eine Projektreise nach Indien und Sri Lanka zu gehen. 

    Die Reise führte die Gruppenmitglieder vom 3. bis 16. März 2001 zu den AsIPA-Verantwortlichen nach Indien und Sri Lanka, um dort nach einem Einführungs-Workshop bei der Jyotirmai-Society in Hyderabad in kleinen Teams und unterschiedlichen Diözesen die Entwicklung der Gemeindepastoral nach dem AsIPA-Ansatz konkret an der Basis und vor Ort kennen zu lernen. Diese gemeinsame Erfahrung wurde abschließend unter Anleitung des nationalen Koordinators des AsIPA-Programms in Indien, Fr. Thomas Vijay SAC, in Nagpur ausgewertet und diese systematische Auswertung half entscheidend, das weitere Nachdenken auf der gemeinsamen Basis eigener Erfahrung und Kenntnis und zugleich im ständigen Austausch mit den asiatischen PartnerInnen voranzutreiben. 

    Nach Rückkehr der Arbeitsgruppe nach Deutschland fanden verschiedene Gespräche mit den jeweiligen Bistumsleitungen der fünf beteiligten Diözesen statt, und missio erhielt erste Zusagen, dass wir in verschiedenen Diözesen demnächst Modell-Gemeinden finden könnten, die gemeinsam mit uns die Texte der Basiskurse zum AsIPA-Programm auf dem deutschen Hintergrund einsetzen, um ein angepasstes Kursmaterial für die deutschen Diözesen im Laufe der nächsten Jahre zu erarbeiten. Zugleich versuchten die Mitglieder der Arbeitsgruppe, in allen Diözesen haupt- und ehrenamtliche pastorale MitarbeiterInnen zu gewinnen und auf diesem Weg diözesane „AsIPA-Teams“ zu bilden. Diese diözesanen Teams sollten die noch theoretischen Zwischenergebnisse in einem weiteren Schritt und ersten Erprobung in Modellgemeinden in Deutschland begleiten. Der Schritt von der Theorie zur Praxis war damit erfolgt.

     
       

      Fortentwicklung und Konsolidierung des Projekts in den Jahren 2002 bis 2004  
     

     
     

    Nach Rückkehr von der ersten Reise erfährt das Projekt im Erzbistum Hamburg besondere Resonanz, so dass sich vom 14. bis 29. September 2002 fünfzehn hauptamtliche pastorale MA auf ausdrücklichen Wunsch des damaligen Erzbischofs Ludwig Averkamp auf eine Lern- und Weiterbildungsreise nach Indien begeben und dort an einem AsIPA-Ausbildungskurs im Pallotine Animation Centre in Nagpur teilnehmen konnten. Seither bringt ein diözesanes AsIPA-Team kontinuierlich diese Erfahrung in das pastorale Planen im Erzbistum Hamburg ein. 

    Ergänzt und vertieft werden diese Erfahrungen dann im deutschen Kontext durch regelmäßige Gastvorträge zu den Kernthemen des Projekts von Bischof em. Oswald Hirmer Umtata/Südafrika, Bischof em. Fritz Lobinger Aliwal/Südafrika, P. Thomas Vijay SAC Nagpur/Indien und Sr. Agnes Chawadi Pune/Indien. Im Juni 2005 ist Wendy Louis aus Singapur als Referentin nach Deutschland eingeladen und wird mit den im Projekt engagierten Diözesen ins Gespräch kommen, den je aktuellen Stand diskutieren und gemeinsame mögliche nächste Schritte planen.

    Aber auch im Kreis der pastoral Verantwortlichen wird das Thema „Spiritualität und Gemeindebildung“ zunehmend wahrgenommen und bekannt. So erfolgt eine Einladung zur Konferenz der Leiter der Deutschen Seelsorgeämter am 04.-06. Dezember 2001 im St. Jakobushaus nach Goslar. In diesem Rahmen findet am 05. Dezember 2001 ein Studientag zum Thema „Spiritualität der Gemeinde“ statt. Nach einer sehr engagierten und konstruktiven Diskussion, die das Interesse verschiedener Seelsorgeämter an diesem Projekt deutlich werden lässt, erfährt das Projekt zudem die Unterstützung durch P. Dr. Manfred Entrich OP, den Sekretär der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz. Auch dieser Kontakt wird kontinuierlich gepflegt und es kommt schließlich am Rand der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz im Jahr 2004 in Kardinal-Schulte-Haus in Bensberg auch zu einem Gespräch und Austausch mit Bischof Dr. Joachim Wanke, dem Leiter der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz.

    Um diese ersten Erfahrungen auch einem weiteren Kreise von Interessierten zugänglich zu machen, entstand ein Werkbuch „Zukunftsfähige Gemeinde“ das die Frage der Bildung von kirchlichen Basisgemeinschaften ins Zentrum der Überlegungen stellte und ausgewählte pastoraltheologische Ansätze in Deutschland und aus der Weltkirche miteinander ins Gespräch bringt.

    Das Jahr der Bibel 2003 bot noch einmal einen besonderen Anknüpfungspunkt und Rahmen, das Projekt  Spiritualität und Gemeindebildung in den deutschen Diözesen bekannt zu machen. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Entwicklung der je eigenen Spiritualität auf der Basis der Beschäftigung mit der Bibel, aber auch auf dem Erleben von Gemeinschaft in den Gruppen des Bibel-Teilens. Verschiedene Angebote in den Diözesen Essen, Hamburg, Osnabrück und Trier u.a. luden z.B. unter dem Titel „Auszeit“ dazu ein, die persönliche Spiritualität auf der Basis des Bibel-Teilens weiter zu vertiefen. 

    Aber auch international wächst die Zusammenarbeit: Neben den missios in Österreich, den Niederlanden, Schweiz, Belgien und Luxemburg nimmt auch der Bildungsdienst der Bethlehem-Missionare in Immsee diesen Gedanken auf und es entsteht eine gemeinsame Studientagung zum Jahr der Bibel am 17. Mai 2003 im Romerohaus Luzern zum Thema „Eine neue Art Kirche zu sein. Das asiatische Pastoralprojekt AsIPA als Impuls für uns.“

    Ein weiteres Treffen der weltweiten Lerngemeinschaft fand wieder statt am 02. – 09. September 2003. In Seoul/Südkorea kam mit mehr 100 Delegierten aus 20 Ländern die dritte ASIPA-Generalversammlung zum Thema „SCCs/BECs: Empowering People to Serve“ zusammen. Die Lerngemeinschaft zwischen den asiatischen und deutschen TheologInnen war inzwischen so weit gewachsen, dass die deutsche Delegation nicht mehr als Sponsoren und „Beobachter“ an der Generalversammlung teilnahmen, sondern als AsIPA-Nationalteam Deutschland begrüßt und behandelt wurden. Erstmals konnte die deutsche Delegation auch von konkreten Praxiserfahrungen mit den Versuchen der Umsetzung und Adaptation des AsIPA-Ansatzes im Kontext der deutschen Diözesen berichten und dieser Bericht fand seinen Ort neben den Berichten aus Indien, Korea, Philippinen und 17 weiteren Ländern.

    Während die Gruppe in den Jahren 2001f. noch voller Enthusiasmus und Zuversicht war, nun die Umsetzung in Deutschland in interessierten Gemeinden verwirklichen zu können, stellte sich im Lauf der Zeit heraus, dass ein solcher Prozess Zeit braucht, an der Basis anzukommen und die notwendige Unterstützung zu finden. Auch aus diesem Grund entschloss sich missio in Aachen und München, noch einmal zu einer Exposurereise einzuladen, diesmal in die Diözesen nach Malaysia und Singapur. Die diözesanen Entscheidungsträger in Pastoral der deutschen Diözesen wurden besonders angesprochen und zur Teilnahme ermuntert. Nachdem die fertig geplante Reise im Frühjahr 2003 wegen SARS abgesagt werden musste, konnte die Reise dann im Frühjahr vom 22. März.-04. April 2004 mit Teilnehmern aus den Diözesen Aachen, Dresden-Meissen, Erfurt, Freiburg, Osnabrück und Würzburg und der missionierenden Orden unter Leitung unserer Partnerin Wendy Louis vom Pastoralinstitut in Singapur und Mitglied des fünfköpfigen AsIPA-Leitungsteams Asien durchgeführt werden. 

    Das Jahr 2004 war dann gekennzeichnet von einer Konsolidierung des gesamten Projektes . Es war auf eine breite Basis gestellt und die AsIPA-Arbeitsgruppe nutzte noch einmal alle Möglichkeiten, ihr Projekt einem dem Fachpublikum und allen Interessierten bekannt zu machen.

    Nach dem Gespräch mit Bischof Joachim Wanke am Rand der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz findet am 11. Mai 2004 bei missio in Aachen ein Studientag „Vergemeinschaftung im Glauben – Voraussetzung zum Christ werden und Christ sein“ beim Bundestreffen der DiözesanreferentInnen für Gemeindekatechese statt, auf dem der AsIPA-Ansatz mit seinen spirituellen und ekklesiologischen Implikationen den Kolleginnen und Kollegen der Referate Gemeindekatechese präsentiert wird.

    Ein gemeinsam von missio in Aachen und München vorbereitetes und durchgeführtes Podium zum Thema "Spiritualität und Gemeindebildung“ füllt im Rahmen des Katholikentags 2004 in Ulm mit über 500 Teilnehmenden den Raum bis auf den letzten Platz und die engagiert geführte Diskussion zeigt noch einmal deutlich, dass mit diesem Projekt ein Thema von hoher Aktualität angesprochen ist, das die Menschen bewegt. Die Referentin Sr. Agnes Chawadi, Indien sowie die inhaltlich einander sehr gut ergänzenden Beiträge von den Bischöfen Oswald Hirmer Umtata/Südafrika und Fritz Lobinger Aliwal/Südafrika führten dem Auditorium die Chancen des AsIPA-Ansatzes aus der eigenen Erfahrung in Afrika und Asien sehr konkret und anschaulich vor Augen. Bischof Joachim Wanke übernahm es, die Möglichkeiten und Grenzen der Übertragung dieses ekklesiologischen Ansatzes in die deutsche Gesellschaft und Kirche kritisch zu würdigen.

    Schließlich findet am 06.-08. Dezember 2004, das erste bundesweite Treffen zum Projekt  „AsIPA Deutschland“ im Oblatenkloster in Hünfeld statt, das in der Verantwortung von missio in Aachen und München als Zukunftswerkstatt durchgeführt wird.. Es steht unter dem Thema „Gemeinsam ein Feuer entfachen“ und versammelt Vertreterinnen und Vertreter aus 14 deutschen Diözesen, die bereits eigene Erfahrungen mit dem AsIPA-Ansatz gemacht haben. Bei diesem ersten nationalen Treffen wird ein nationales Steuerungsteam für den AsIPA-Prozess gegründet. Der missio-Diözesanreferent im Bistum Osnabrück übernimmt die Projektleitung des AsIPA-Prozesses. Gemeinsam formuliert man folgende nächste Schritte bzw. Ziele: Der kontinuierliche Informationsaustausch erfolgt über eine eigene website „AsIPA Deutschland.de“, die zunächst als subdomaine bei missio-Aachen aufgebaut wird. Diese website soll im Laufe des Jahres 2005 einen Gesamtüberblick über alle Bemühungen zum Aufbau von Kleinen Christlichen Gemeinschaften leisten und alle inzwischen erarbeiteten Materialien bereitstellen, die in englischer und deutscher Sprache erarbeitet sind. Schulungsmaterial für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren wird arbeitsteilig erarbeitet und in den Diözesen in der praktischen Erfahrung gewährt. Leider gelingt es noch nicht, eine deutsche Übertragung des in Asien entstandenen Begriffs und Logos „AsIPA“ zu entwickeln.

     
       

      Ein Fazit und Ausblick  
     

     
     

    Mit dem Jahr 2005 beginnt nun die Phase der konkreten Erprobung und Umsetzung des AsIPA-Ansatzes in Gemeinden und Gemeinschaften in Deutschland. Hierfür sind bereits in verschiedenen Diözesen Gemeinden und Gruppen angesprochen, die bereit sind, sich mit den diözesanen AsIPA-Teams auf den Weg zu machen, um die gemeinsame Vision zu verwirklichen, in Kleinen Christlichen Gemeinschaften, die sich um die Bibel versammeln, Kirche an der Basis zu sein. Dabei zielen wir an, mittelfristig Kursmaterialien und Trainingsprogramme für engagierte Gemeinde- bzw. Gruppenleiterinnen und –leiter in Deutschland zu erarbeiten. Natürlich entstehen auch diese Weiterbildungsmodule auf der Basis der in den asiatischen Ortskirchen bereits vorliegenden Schulungsmaterialien und in enger Zusammenarbeit mit unseren Partnerinnen und Partnern in Asien und den Gemeinden und Fachleuten in Deutschland. Schließlich denken wir daran, geistliche Schulungszentren aufzubauen, die für bestimmte Regionen diözesanübergreifend die Ausbildung interessierter Frauen und Männer im Sinne des Projekts „Spiritualität und Gemeindebildung“ anbieten.

    Das Projekt ist bis zum Jahr 2008 angelegt. Es ist modellhaft, weil es von Beginn an konsequent als Kooperationsprojekt von vielen Beteiligten angelegt und bis heute realisiert ist. Die tragende Basis ist dabei die Kooperation zwischen dem AsIPA-Desk der Vereinigung der Asiatischen Bischofskonferenzen (FABC) einerseits und der engen Zusammenarbeit von den Diözesen in Deutschland mit missio in Aachen und München andererseits. Das Projekt macht zudem die Potentiale deutlich, welche die Weltkirche als Lerngemeinschaft in sich birgt und entfalten kann. Und wenn die zentralen Ideen und Inhalte des AsIPA-Ansatzes als Samenkörner auch in Deutschland zur Wirkung kommen, dann ist gerade dieses Projekt ein gelungenes Beispiel dafür, dass Lernen innerhalb der Weltkirche bei angemessener Professionalität und Beharrlichkeit gelingen kann und darüber Netzwerke missionarischer Spiritualität entstehen, die auch über nationalen Grenzen hinweg bestehen und die Kirche in ihrer Spiritualität und Gemeinschaftsbildung kräftigen.

    Aachen, den 30. April 2005
    Dr. Norbert Nagler