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Stärkung der Einheit und Wesen der Kirche - Die Einleitung |
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Die Erneuerung der Liturgie soll der größeren Einheit aller Christen dienen, so formuliert es die Einleitung: "1. Das Heilige Konzil hat sich zum Ziel gesetzt, das christliche Leben unter den Gläubigen mehr und mehr zu vertiefen, die dem Wechsel unterworfenen Einrichtungen den Notwendigkeiten unseres Zeitalters besser anzupassen, zu fördern, was immer zur Einheit aller, die an Christus glauben, beitragen kann, und zu stärken, was immer helfen kann, alle in den Schoß der Kirche zu rufen. Darum hält es das Konzil auch in besonderer Weise für seine Aufgabe, sich um Erneuerung und Pflege der Liturgie zu sorgen." In der Liturgie wird das Wesen der wahren Kirche offenbar, "[2.] ... der es eigen ist, zugleich göttlich und menschlich zu sein, sichtbar und mit unsichtbaren Gütern ausgestattet, voll Eifer der Tätigkeit hingegeben und doch frei für die Beschauung, in der Welt zugegen und doch unterwegs; und zwar so, dass dabei das Menschliche auf das Göttliche hingeordnet und ihm untergeordnet ist, das Sichtbare auf das Unsichtbare, die Tätigkeit auf die Beschauung, das Gegenwärtige auf die künftige Stadt, die wir suchen (Vgl. Hebr 13,14). Dabei baut die Liturgie täglich die, welche drinnen sind, zum heiligen Tempel im Herrn auf, zur Wohnung Gottes im Geist (Vgl. Eph 2,21-22) bis zum Maße des Vollalters Christi (Vgl. Eph 4,13). Zugleich stärkt sie wunderbar deren Kräfte, dass sie Christus verkünden ... " |
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Das Wesen der Liturgie und ihre Bedeutung für die Kirche |
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Die Menschen gehören durch die Taufe zu Christus - sie werden "[6]. ...durch die Taufe in das Pascha-Mysterium Christi eingefügt. Mit Christus gestorben, werden sie mit ihm begraben und mit ihm auferweckt (Vgl. Röm 6,4; Eph 2,6; Kol 3,1; 2 Tim 2,11). Sie empfangen den Geist der Kindschaft, "in dem wir Abba, Vater, rufen" (Röm 8,15) und werden so zu wahren Anbetern, wie der Vater sie sucht (Vgl. Joh 4,23) ..." Der Konzilstext hält die Gegenwartsweisen Christi fest: Christus ist in seiner Kirche immerdar gegenwärtig, "[7.] ... besonders in den liturgischen Handlungen. * Gegenwärtig ist er im Opfer der Messe sowohl in der Person dessen, der den priesterlichen Dienst vollzieht - denn "derselbe bringt das Opfer jetzt dar durch den Dienst der Priester, der sich einst am Kreuz selbst dargebracht hat" (Konzil von Trient, Sess. XXII., 17. Sept. 1562, Doctr. De ss. Missæ sacrif., c. 2: Concilium Tridentinum. Ed. cit., Bd. VIII. Actorum pars V (Freiburg i. Br. 1919) 960) -, * wie vor allem unter den eucharistischen Gestalten. * Gegenwärtig ist er mit seiner Kraft in den Sakramenten, so dass, wenn immer einer tauft, Christus selber tauft (Vgl. Augustinus, In Ioannis Evangelium Tractatus VI., cap. I, n.7: PL 35, 1428). * Gegenwärtig ist er in seinem Wort, da er selbst spricht, wenn die heiligen Schriften in der Kirche gelesen werden. * Gegenwärtig ist er schließlich, wenn die Kirche betet und singt, er, der versprochen hat: "Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen" (Mt 18,20) ..." "9. In der heiligen Liturgie erschöpft sich nicht das ganze Tun der Kirche; denn ehe die Menschen zur Liturgie hintreten können, müssen sie zu Glauben und Bekehrung gerufen werden ... Denen aber, die schon glauben, muss sie immer wieder Glauben und Buße verkünden und sie überdies für die Sakramente bereiten ..." Liturgie wird als Höhepunkt und gleichzeitig Quelle kirchlichen Handelns beschrieben: "10. ... Denn die apostolische Arbeit ist darauf hingeordnet, dass alle, durch Glauben und Taufe Kinder Gottes geworden, sich versammeln, inmitten der Kirche Gott loben, am Opfer teilnehmen und das Herrenmahl genießen." Die Liturgie will die Gläubigen stärken, dass sie wie die Urgemeinde eines Herzen sein können; "... [10.] ... sie betet, dass sie "im Leben festhalten, was sie im Glauben empfangen haben" (Oration der Messe am Dienstag in der Osterwoche); wenn der Bund Gottes mit den Menschen in der Feier der Eucharistie neu bekräftigt wird, werden die Gläubigen von der drängenden Liebe Christi angezogen und entzündet ..." Wichtig ist "nicht nur" der richtige Vollzug der liturgischen Handlungen, "... [11.] ... sondern auch dass die Gläubigen bewusst, tätig und mit geistlichem Gewinn daran teilnehmen. 12. Das geistliche Leben deckt sich aber nicht schlechthin mit der Teilnahme an der heiligen Liturgie. Der Christ ist zwar berufen, in Gemeinschaft zu beten, doch muss er auch in sein Kämmerlein gehen und den Vater im Verborgenen anbeten (Vgl. Mt 6,6), ja ohne Unterlass beten, wie der Apostel mahnt (Vgl. 1 Thess 5,17). ..." Die Rede von der vollen, bewussten und tätigen Teilnahme der Gläubigen ist den Konzilsvätern besonderes Anliegen. Dabei gilt es, auch über die Gemeindeliturgie hinaus Andacht zu halten: "[13.] Die Andachtsübungen des christlichen Volkes werden sehr empfohlen, sofern sie den Vorschriften und Regeln der Kirche entsprechen. ..."
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Tätige Teilnahme und die Erneuerung der Liturgie |
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Kernwort der Liturgiekonstitution und mitbestimmend für viele Veränderungen ist der gerade schon genannte Begriff der tätigen Teilnahme: "[14.] Die Mutter Kirche wünscht sehr, alle Gläubigen möchten zu der vollen, bewussten und tätigen Teilnahme an den liturgischen Feiern geführt werden, wie sie das Wesen der Liturgie selbst verlangt und zu der das christliche Volk, "das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, der heilige Stamm, das Eigentumsvolk" (1 Petr 2,9; vgl. 2,4-5) kraft der Taufe berechtigt und verpflichtet ist. Diese volle und tätige Teilnahme des ganzen Volkes ist bei der Erneuerung und Förderung der heiligen Liturgie aufs stärkste zu beachten, ist sie doch die erste und unentbehrliche Quelle, aus der die Christen wahrhaft christlichen Geist schöpfen sollen ..." Die Erneuerung der heiligen Liturgie soll das Heilige deutlicher zum Ausdruck bringen: "[21.] ... Bei dieser Erneuerung sollen Texte und Riten so geordnet werden, dass sie das Heilige, dem sie als Zeichen dienen, deutlicher zum Ausdruck bringen, und so, dass das christliche Volk sie möglichst leicht erfassen und in voller, tätiger und gemeinschaftlicher Teilnahme mitfeiern kann. ..." Besondere Bedeutung für die Feier der Liturgie haben die biblischen Schriften, denn "[24.] ... aus ihr werden nämlich Lesungen vorgetragen und in der Homilie ausgedeutet, aus ihr werden Psalmen gesungen, unter ihrem Anhauch und Antrieb sind liturgische Gebete, Orationen und Gesänge geschaffen worden, und aus ihr empfangen Handlungen und Zeichen ihren Sinn. ..." Dabei ist jeder Christ und jede Christin auch Träger der Liturgie, denn "[28.] Bei den liturgischen Feiern soll jeder, sei er Liturge oder Gläubiger, in der Ausübung seiner Aufgabe nur das und all das tun, was ihm aus der Natur der Sache und gemäß den liturgischen Regeln zukommt."
In der Liturgie, in der Verkündigung spricht "[33.] ... Gott zu seinem Volk; in ihr verkündet Christus noch immer die Frohe Botschaft. Das Volk aber antwortet mit Gesang und Gebet ... Daher wird nicht bloß beim Lesen dessen, "was zu unserer Belehrung geschrieben ist" (Röm 15,4), sondern auch wenn die Kirche betet, singt oder handelt, der Glaube der Teilnehmer genährt und ihr Herz zu Gott hin erweckt, auf dass sie ihm geistlichen Dienst leisten und seine Gnade reichlicher empfangen." Der Zugang zu den biblischen Schriften soll im Gottesdienst der Gemeinde weit aufgetan werden: "[51.] Auf dass den Gläubigen der Tisch des Gotteswortes reicher bereitet werde, soll die Schatzkammer der Bibel weiter aufgetan werden, so dass innerhalb einer bestimmten Anzahl von Jahren die wichtigsten Teile der Heiligen Schrift dem Volk vorgetragen werden."
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