Es geht darum, Kirche vor Ort zu leben als Gemeinschaft der Getauften, die aktiv diese Kirche mitgestalten und am Aufbau des Reiches Gottes arbeiten.
Kirche muss heute auch in Deutschland zunehmend in großen pastoralen Räumen agieren. In vielen anderen Ländern muss die Kirche dies schon lange und hat dabei eine Struktur entwickelt, die auf dezentrale biblisch-spirituell basierte und sowohl kirchlich als auch sozial in ihrem Lebensumfeld engagierte Gemeinschaften baut. - Eben "Kleine Christliche Gemeinschaften" oder "Kirchliche Basis-Gemeinschaften"
Daher der Name, der für ein umfangreiches pastorales Modell steht, nicht für eine geistliche Bewegung und nicht einfach für das Setzen auf Gemeinschaften, die klein und Christlich sind.
Wie die Strukturen in Deutschland aussehen werden, muss in Prozessen lokaler Kirchenentwicklung mit den Menschen der lokalen Kirche herausgearbeitet werden. Von daher sind Kleine Christliche Gemeinschaften eine konkrete Ausdrucksform lokaler Kirchenentwicklung
So verstanden sind
„Kleine Christliche Gemeinschaften“…
…sozialräumlich organisierte Gruppen, die sich als Kirche vor Ort verstehen.
… versuchen die Kirchenvision des II. Vatikanischen Konzils zu verwirklichen, in der jede/r Getaufte Träger/in des Hl. Geistes und als Teil dieser Kirche berufen, begabt und beteiligt ist.
… ermöglichen im BibelTeilen eine lebendige Erfahrung der Gegenwart Gottes, aus der heraus Gemeinschaft wächst.
… übernehmen konkrete Aufgaben in ihrer Pfarrei und ihrem Lebensumfeld, so dass sie „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst“ ihrer Mitmenschen teilen und auf Not und Herausforderung antworten.
… verknüpfen tägliches Leben und gelebten Glauben.
„Kleine Christliche Gemeinschaften“ (KCG) haben vier Merkmale:
1. Eine KCG besteht aus Menschen, die einen gemeinsamen Beziehungsraum teilen. („Nachbarschaft“)
2. Eine KCG nimmt die Bedürfnisse und Nöte der Menschen in ihrem Umfeld wahr und entdeckt darin den Anruf Jesu. („Sendung“)
3. Eine KCG ist eingebunden in das Kirche-Sein der Ortskirche. Sie ist keine Privatinitiative, sondern verbunden mit der gesamten Kirche. („Kirche“)
4. Eine KCG wächst immer neu aus dem lebendigen Wort Gottes, das sich ihr besonders im BibelTeilen erschließt. („Spiritualität“)
Wenn eine „Kleine Christliche Gemeinschaft“ so lebt, wird das Wort aus dem Johannesevangelium erfahrbar: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gezeltet.“ Joh 1,14
Nationalteam Kleine Christliche Gemeinschaften Deutschland 2011