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  • Wie ist eine Beheimatung des Einzelnen in Gemeindeverbünden möglich?
  • Herausforderung "Nachbarschaft" - Bemerkungen von Wendy Louis, Singapur, zu unseren deutschen Bedenken
  • Kleine Christliche Gemeinschaften sind vernetzt in der (ehemaligen) Ortsgemeinde und im Gemeindeverbund

     

  • Kleine Chistliche Gemeinschaften als Antwort auf die Strukturveränderungen in der Kirche

     

      Wie ist eine Beheimatung des Einzelnen in Gemeindeverbünden möglich?  
     

     
     

    In praktisch allen deutschen Diözesen werden zur Zeit Gemeinden zu Gemeindeverbünden zusammengelegt oder in Pastoralen Räumen neu geordnet.
    Dies ist für die Gemeinden und deren Mitglieder oft verbunden mit der Angst, unter zu gehen im Großen. Es wird befürchtet, dass die Menschen keine Beheimatung mehr in Kirche erfahren, wenn der Pfarrer weit weg wohnt und keine (sonn-)tägliche Eucharistiefeier in der Kirche vor Ort mehr stattfindet. Wie kann Katechese, Jugendarbeit, überhaupt so etwas wie ein kirchliches und religiöses Gemeindeleben vor Ort noch stattfinden? Wie kann Kirche in den sozialen Feldern, in der Glaubensweitergabe und im Leben der Menschen noch vorkommen? Wie soll da überhaupt eine missionarische Kirche, die überall postuliert wird möglich sein?

     
       

      Herausforderung "Nachbarschaft" - Bemerkungen von Wendy Louis, Singapur, zu unseren deutschen Bedenken  
     

     
     

    Die Tatsache, dass Kleine Christliche Gemeinschaften in den afrikanischen und asiatischen Konzepten immer in der Nachbarschaft - also in einem geographisch klar umrissenen Raum - angesiedelt sind (und damit nicht nur eine personale, sondern auch eine räumliche Substruktur von Gemeinde bilden) wird in Deutschland immer wieder kritisch angefragt. Viele halten dies in Westeuropa nicht für realisierbar, weil die traditionelle Nachbarschaft nicht mehr funktioniert und der Wohnkontext für viele Menschen nicht mehr der Bezugsrahmen für Beziehungen bilde.

    Letzteres ist sicher richtig, führt aber sozial zu Vereinsamung und bedeutet für das Konzept der Kleinen Christlichen Gemeinschaften einen weitgehenden Verzicht auf die missionarische Komponente. 

    Wendy Louis, Leiterin des Pastoralinstitutes der Erzdiözese Singapur, sieht durch den Verzicht auf die Dimension "Gemeinschaft in Nachbarschaft" das Konzept sogar grundsätzlich gefährdet. Nach Gesprächen und Erfahrungen während einer Seminarreise in Deutschland im Juni 2005 schreibt sie in einer Reflexion:

    Wenig beliebte Konzepte
    Nachbarschafts-Gemeinschaften

    Es gibt viele Gruppen, deren Mitglieder aus allen Teilen der Pfarrei oder der Stadt kommen. Warum können wir diese Gruppen nicht Kleine Christliche Gemeinschaften nennen? Dies war die am häufigsten gestellte Frage in den Diskussionen über die Natur der Kleinen Christlichen Gemeinschaften bzw. der Christlichen Basisgemeinschaften. Die theologische Basis für solch eine Gruppe ist, dass die Kirche nur erfahren werden kann, wenn wir eine Gruppe sind, die die Realität der Kirche widerspiegelt. Der Zugang zur Kirche kann nicht exklusiv über Freundschaft oder Interesse gehen. Wenn wir eine Gruppe von Freunden sind, die nicht offen ist dafür, dass andere dazukommen können, dann kann diese Gruppe keine Kleine Christliche Gemeinschaft werden. Diese Feststellung war am schwierigsten für die Leute in Deutschland zu akzeptieren und doch das ist es der Schlüssel dafür, Klei-ne Christliche Gemeinschaften zu haben, die wirklich „Kirche in der Nachbarschaft“ sind, genauso wie die Familien die „Haus-Kirchen“ sind. 
    Was wir in der Praxis tun müssen ist, die Vision für uns klar zu halten und den Leuten bewusst zu machen, was das Ideal ist, während wir akzeptieren, wo sie gerade sind und während wir mit ihnen arbeiten. Mit den Menschen arbeiten meint z. B., dass wir ihnen hel-fen zu begreifen, wie wichtig es ist, den Schritt 6 (Sendung) in ihren Bibel-Teil-Gruppen auszuführen. Das heißt, dass wir fortwährend Bewusstseinsprogramme anbieten bei allen Treffen und Konferenzen, um das Verständnis der Kirche von der Apostelgeschichte her zu vertiefen und das Verständnis dafür, wie dies in das heutige Leben übersetzt werden kann. Der wichtige Punkt, den wir im Kopf behalten müssen ist, dass die Leute immer ein-geladen und nie gezwungen werden, damit ihr Bewusstsein dafür wächst, dass sie selbst Kirche sind. Sie entscheiden für sich selbst, wie sie ihren Glauben ausdrücken werden. 

     
       

      Kleine Christliche Gemeinschaften sind vernetzt in der (ehemaligen) Ortsgemeinde und im Gemeindeverbund  
     

     
     

     

    In den (ehemals selbständigen) Gemeinden eines Gemeindeverbundes werden Kleine Christliche Gemeinschaften aufgebaut (sie können auch aus Katechetenkreisen, Frauengruppen, Klpingfamilien, Bibelkreisen, Vinzenz-Konferenzen u.ä. hervorgehen) und vernetzen sich, indem sich gewählte Vertreten auf der Ebende der Gemeinde treffen. Die Beheimatung geschieht in der KCG und die Identifizierung mit der Ortsgemeinde und dem sozialen Kontext "Dorf", "Stadteil" usw. bleibt erhalten. Fragen und Prbleme für diese Größe werden hier vor Ort besprochen und bearbeitet.

    Gewählte Vertreten/innen der Gemeindeteams treffen sich im Gemeindeverbund-Team. Die Vernetzung sichert den Informationsfluss und die gemeinsame koordinierung der Aktivitäten im Gemeindeverbund.

    Spätstens auf der Ebene des Gemendeverbund-Teams arbeiten der Pfarrer und das Hauptamtlichen-Team mit. Eine intensive und bis in die Nachbarschaften hineinreichende Kommunikation und Kooperation, Fortbildung und seelsorgliche Begleitung wird möglich.

    Mitte des ganzen Systems ist Christus, der im Wort der Schrift, in der Gemeinschaft, im begegnenden Nächsten und in der Sonntäglichen Eucharistiefeier erfahren wird. Mitte ist die Euchariestie, zu der sich die Gemeinde Versammelt und die reihum von den Kleinen Christlichen Gemenschaften vorbereitet wird. 

    Das Konzept der Kleinen Christlichen Gemeinschaften sind eine adäquate pastorale Antwort auf die augenblicklichen Strukturveränderungen in den Diözesen Deutschlands.