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Die Tatsache, dass Kleine Christliche Gemeinschaften in den afrikanischen und asiatischen Konzepten immer in der Nachbarschaft - also in einem geographisch klar umrissenen Raum - angesiedelt sind (und damit nicht nur eine personale, sondern auch eine räumliche Substruktur von Gemeinde bilden) wird in Deutschland immer wieder kritisch angefragt. Viele halten dies in Westeuropa nicht für realisierbar, weil die traditionelle Nachbarschaft nicht mehr funktioniert und der Wohnkontext für viele Menschen nicht mehr der Bezugsrahmen für Beziehungen bilde. Letzteres ist sicher richtig, führt aber sozial zu Vereinsamung und bedeutet für das Konzept der Kleinen Christlichen Gemeinschaften einen weitgehenden Verzicht auf die missionarische Komponente. Wendy Louis, Leiterin des Pastoralinstitutes der Erzdiözese Singapur, sieht durch den Verzicht auf die Dimension "Gemeinschaft in Nachbarschaft" das Konzept sogar grundsätzlich gefährdet. Nach Gesprächen und Erfahrungen während einer Seminarreise in Deutschland im Juni 2005 schreibt sie in einer Reflexion: Wenig beliebte Konzepte Nachbarschafts-Gemeinschaften Es gibt viele Gruppen, deren Mitglieder aus allen Teilen der Pfarrei oder der Stadt kommen. Warum können wir diese Gruppen nicht Kleine Christliche Gemeinschaften nennen? Dies war die am häufigsten gestellte Frage in den Diskussionen über die Natur der Kleinen Christlichen Gemeinschaften bzw. der Christlichen Basisgemeinschaften. Die theologische Basis für solch eine Gruppe ist, dass die Kirche nur erfahren werden kann, wenn wir eine Gruppe sind, die die Realität der Kirche widerspiegelt. Der Zugang zur Kirche kann nicht exklusiv über Freundschaft oder Interesse gehen. Wenn wir eine Gruppe von Freunden sind, die nicht offen ist dafür, dass andere dazukommen können, dann kann diese Gruppe keine Kleine Christliche Gemeinschaft werden. Diese Feststellung war am schwierigsten für die Leute in Deutschland zu akzeptieren und doch das ist es der Schlüssel dafür, Klei-ne Christliche Gemeinschaften zu haben, die wirklich „Kirche in der Nachbarschaft“ sind, genauso wie die Familien die „Haus-Kirchen“ sind.
Was wir in der Praxis tun müssen ist, die Vision für uns klar zu halten und den Leuten bewusst zu machen, was das Ideal ist, während wir akzeptieren, wo sie gerade sind und während wir mit ihnen arbeiten. Mit den Menschen arbeiten meint z. B., dass wir ihnen hel-fen zu begreifen, wie wichtig es ist, den Schritt 6 (Sendung) in ihren Bibel-Teil-Gruppen auszuführen. Das heißt, dass wir fortwährend Bewusstseinsprogramme anbieten bei allen Treffen und Konferenzen, um das Verständnis der Kirche von der Apostelgeschichte her zu vertiefen und das Verständnis dafür, wie dies in das heutige Leben übersetzt werden kann. Der wichtige Punkt, den wir im Kopf behalten müssen ist, dass die Leute immer ein-geladen und nie gezwungen werden, damit ihr Bewusstsein dafür wächst, dass sie selbst Kirche sind. Sie entscheiden für sich selbst, wie sie ihren Glauben ausdrücken werden.
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