Letzte Bearbeitung dieser Website: 31.01.2012 Was sind
"Kleine Christliche Gemeinschaften"? Es geht darum, Kirche vor Ort zu leben als Gemeinschaft der Getauften, die aktiv diese Kirche mitgestalten und am Aufbau des Reiches Gottes arbeiten. Die katholische Kirche muß heute in Deutschland zunehmend in großen pastoralen Räumen agieren. In vielen anderen Ländern ist die Kirche dazu schon lange gezwungen und hat dafür eine Struktur entwickelt, die auf dezentrale biblisch-spirituell basierte Gemeinschaften baut. Diese Gemeinschaften engagieren sich sowohl kirchlich als auch sozial in ihrem Lebensumfeld, weil sie darun ihre Sendung als Christen entdecken. Diese Gemeinschaften, die eine Substruktur der Pfarrei bilden, werden in berschiedenen Ländern unterschiedlich benannnt: "Kleine Christliche Gemeinschaften", "Kirchliche Basis-Gemeinschaften" oder "Kirchliche Basis-Gemeinden" ("community" bzw. "comunidad" kann mit "Gemeinschaft" und mit "Gemeinde" übersetzt werden.) In Deutschland hat sich der Name "Kleine Christliche Gemeinschaften" verbreitet. Er steht für ein umfangreiches pastorales Modell, nicht für eine geistliche Bewegung und auch nicht generell für Gemeinschaften, die klein und Christlich sind. Wie genau die Strukturen in Deutschland aussehen werden, muss in Prozessen lokaler Kirchenentwicklung mit den Menschen der jeweils lokalen Kirche herausgearbeitet werden. Von daher sind Kleine Christliche Gemeinschaften eine konkrete Ausdrucksform lokaler Kirchenentwicklung. So verstanden sind „Kleine Christliche Gemeinschaften“… …sozialräumlich organisierte Gruppen, die sich als Kirche vor Ort verstehen. … versuchen die Kirchenvision des II. Vatikanischen Konzils zu verwirklichen, in der jede/r Getaufte Träger/in des Hl. Geistes und als Teil dieser Kirche berufen, begabt und beteiligt ist. … ermöglichen im BibelTeilen eine lebendige Erfahrung der Gegenwart Gottes, aus der heraus Gemeinschaft wächst. … übernehmen konkrete Aufgaben in ihrer Pfarrei und ihrem Lebensumfeld, so dass sie „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst“ ihrer Mitmenschen teilen und auf Not und Herausforderung antworten. … verknüpfen tägliches Leben und gelebten Glauben. „Kleine Christliche Gemeinschaften“ (KCG) haben vier Merkmale: 1. Eine KCG besteht aus Menschen, die einen gemeinsamen Beziehungsraum teilen. („Nachbarschaft“) 2. Eine KCG nimmt die Bedürfnisse und Nöte der Menschen in ihrem Umfeld wahr und entdeckt darin den Anruf Jesu. („Sendung“) 3. Eine KCG ist eingebunden in das Kirche-Sein der Ortskirche. Sie ist keine Privatinitiative, sondern verbunden mit der gesamten Kirche. („Kirche“) 4. Eine KCG wächst immer neu aus dem lebendigen Wort Gottes, das sich ihr besonders im BibelTeilen erschließt. („Spiritualität“) Wenn eine „Kleine Christliche Gemeinschaft“ so lebt, wird das Wort aus dem Johannesevangelium erfahrbar: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gezeltet.“ Joh 1,14 Nationalteam Kleine Christliche Gemeinschaften Deutschland 2011 Zum Projekt "Kleine Christliche Gemeinschaften im deutschsprachigen Raum": Ein Weltkirchliches Lernprojekt
In vielen Ländern Afrikas und Asiens hat das pastorale Modell der „Kleinen Christlichen Gemeinschaften“ zum Aufbau lebendiger Gemeinden geführt. Kleine Christliche Gemeinschaften (KCG) sind eine Substruktur von (großen) Pfarreien oder Pfarreiengemeinschaften, durch die vor Ort Kirche in ihren Grundfunktionen lebendig ist: in einer Nachbarschaft, in einem Dorf, in einem Wohnviertel, in einer Institution (Schule, Altenwohnheim, Kindertagesstätte, Krankenhaus etc.). Dieser auf einer biblischen Spiritualität basierende partizipative Weg des Kircheseins, der auf der Kirchenvision des 2. Vatikanischen Konzils beruht, erweist sich als adäquate Antwort auf die Frage nach der Zukunft von Gemeinden angesichts knapper werdender personeller und finanzieller Ressourcen sowie angesichts von Strukturveränderungen. Erfahrungen mit diesem Weg in Deutschland haben gezeigt, dass in Prozessen lokaler Kirchenentwicklung Visionen, Spirituelle Entwicklungen und konkrete Strukturen mit den Menschen in den Pfarreien entwickelt werden müssen. Die Gemeindemitglieder müssen miteinander sich auf die Suche begeben danach, in welcher konkreten Gestalt Christus sich an ihrem Ort als Kirche „Fleisch werden“ will und wie in dieser Weise Kirche zu sein, das Reich Gottes sichtbar werden kann. Auch in Deutschland zeichnet sich nach gut 10 Jahren der "Inkulturations-Arbeit" dieses pastoralen Ansatzes ab, dass es bei aller regionalen und lokalen Unterschiedlichkeit auch hier auf Dauer nicht ohne lokale dezentrale Gemeinschaften gehen wird. Allerdings musste gelernt werden, dass man nicht mit Gruppengündung beginnen darf (die Gruppen bleiben dann Gruppen neben anderen - z.B. Bibel-Teil-Gruppen - und werden nicht zur Substruktur der Pfarrei), sondern am Anfang mit die Entwicklung einer gemeinsamen, von möglichst allen in der Pfarrei mitgetragenen Vision von Kirche hier vor Ort stehen. Auf den von missio und dem "Nationalteam Kleine Christliche Gemeinschaften Deutschland" betribenen Seiten dieser Website wird dieser Lernweg hin zu einer zukunftsfähigen Kirche auch in Deutschland begleitet und unterstützt. Hilfen und Anregungen dazu gibt es in anderen Ortskirchen aus Erfahrungen mit einem pastoralen Modell, das in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Namen hat. Bei uns hat sich trotz seiner Mißverständlichkeit der Name "Kleine Christliche Gemeinschaften" verbreitet. Daher benutzen wir ihn hier. |